Haldensleben l Rund sechs Monate wird die Kreisstadt 2021 ohne Schwimmbad auskommen müssen. Eine wirkliche Alternative in der Nähe fehlt, insbesondere während der Herbstmonate. Laut Schwimmbadleiterin Bärbel Lehmann wird die im Mai 2021 beginnende Sanierung bis Ende Oktober dauern, womöglich auch bis November.

Noch gibt es viele offene Fragen zur Sanierung. Unklar ist bislang etwa, wie teuer die Modernisierung wird. Man sei noch in der Planungsphase, betont Antje Streck, Sprecherin der Haldensleber Stadtwerke, dem Betreiber des Rolli-Bades. Detaillierte Aussagen zum Umfang und zu den Kosten der Bauarbeiten könnten erst nach Abschluss der Planung getroffen werden. Auch müsse der Stadtwerke-Aufsichtsrat den Plänen noch zustimmen, berichtet Streck. Das Gremium ist zum Großteil mit Haldensleber Stadträten besetzt, die Stadtwerke gehören der Stadt zu 87,99 Prozent.

Klar ist allerdings schon jetzt: Die Duschen sowie die Sauna werden grundsaniert. Zudem soll es neue Umkleideschränke und ein neues Kassensystem geben. Auf den neuesten Stand gebracht wird außerdem das Lüftungssystem und der Brandschutz. Vieles sei einfach „nicht mehr zeitgemäß“, betont Thomas Ritzmann, der leitende Schwimmmeister des Bades. Deswegen sei es oft schwierig, neue Bauteile zu bekommen, wenn an den technisches Anlagen etwas kaputt gehe, berichtet der Schwimmmeister. Als Beispiel nennt er die Lüftungsanlage.

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Erweiterungen durch Anbauten sind laut Ritzmann nicht geplant. „Wir müssen mit den Kapazitäten arbeiten“, betont er. Womöglich werde es aber Umgestaltungen geben, etwa des Saunabereichs. Noch lägen die Entwürfe des Planers dazu aber nicht vor.

Letzte große Sanierung vor 17 Jahren

Zuletzt war das Rolli-Bad in den Jahren 2002 und 2003 umfassend modernisiert worden. Erbaut wurde es in den Jahren 1986 und 1987. Für kleinere Wartungs- und Sanierungsarbeiten schließt der Betreiber das Bad jedes Jahr nach den Sommerferien für einige Wochen. Im vergangenen September waren es zwei Wochen, im Jahr zuvor fünf, weil die Arbeiten etwas umfangreicher ausfielen.

Diese unterschiedlich langen Schließzeiten im Sommer führt Badleiterin Lehmann dann auch als einen Grund für die schwankenden jährlichen Besucherzahlen an. Zuletzt erreichten die Zahlen ein Fünfjahreshoch: Knapp 76.000 Besuche zählten die Stadtwerke im vergangenen Jahr. Lehmann sieht darin auch einen „anhaltenden Fitness- und Wellnesstrend“.

Eine „starke Nachfrage“ gibt es laut den Stadtwerken bei den Schwimmkursen. Schwimmmeister Ritzmann sagt: „Viele Eltern legen großen Wert darauf, dass ihr Kind die Grundschwimmtechniken beherrscht.“ Insgesamt hätten im vergangenen Jahr 391 Kinder an Vorbereitungs- oder Seepferdchenkursen teilgenommen. Deutlich gestiegen ist die Zahl der Kinder beim Schulschwimmen im Bad. Im Jahr 2019 verzeichneten die Stadtwerke 15.200 Schulschwimmer, im Jahr zuvor waren es 2400 weniger gewesen.

Die Zahlen zeigen: Im kommenden Jahr werden viele Haldensleber längere Fahrtwege in Kauf nehmen müssen, wenn sie Schwimmen wollen. Für die Sommermonate kommen neben einigen Seen das Naturbad Nordgermersleben oder das Freibad Wolmirstedt infrage. Alternative Schwimmhallen für die Herbstzeit stehen in Magdeburg, Helmstedt und Stendal.

Ein Schwimmbad-Bistro wird es vor der Sanierung im kommenden Jahr nicht mehr geben. Der Betreiber habe im Dezember aufgegeben, berichtet Lehmann. Eine neue Ausschreibung vor den Umbauarbeiten hat nach ihrer Ansicht wenig Aussicht auf Erfolg. In den vergangenen vier Jahren hätten es insgesamt vier Betreiber dort versucht, berichtet Lehmann.