Neuenhofe l Schon Ende Oktober hatte für die Karnevalisten aus Neuenhofe festgestanden, dass es keine Prunksitzungen und Feiern zum Ende der Fünften Jahreszeit geben werde. Es sei zwar eine bittere Pille für alle, doch in der Pandemie hätten in dieser Ausnahmesituation viele Freunde, Verwandte und Bekannte weitaus schwierigere Umstände hinnehmen und meistern müssen, so der Vorstand des Vereins auf seiner Facebook-Seite.

Bittere Pille für den Neuenhofer Karneval

„Diese bittere Pille ist auch schwer zu schlucken“, sagte jetzt die Vorstandsvorsitzende des Neuenhofer Karnevalvereins, Nadine Mark-Richmann, gegenüber der Volksstimme. „In diesem Hobby steckt viel Leidenschaft. Wir wollen mit unserem Spaß und der Freude am humorvollen Feiern die Menschen anstecken, mitzulachen.“ Nun seien an den Wochenenden die Vereinsmitglieder Zuhause geblieben und hätten wehmütig in die Vergangenheit geschaut. „Das ist wirklich schwer, wenn ich mir dann vorstelle, eigentlich jetzt auf der Bühne zu stehen und bei den Gästen im Saal für ausgelassene Stimmung zu sorgen.“

Zum Start in die Fünfte Jahreszeit sei ein kleines witziges Video gedreht und in den Sozialen Netzwerken hochgeladen wurden, um nach der Absage die Laune bei den Mitgliedern etwas zu heben. Wie die Vorstandsvorsitzende berichtet, wurde sogar ein Lied umgedichtet und an die Karnevalisten verschickt, damit der Verein auch weiterhin zusammenhält. Und das sei auf jeden Fall gelungen, stellt Nadine Mark-Richmann fest. Die Vereinsmitglieder seien auf keinen Fall in den Ruhemodus gefallen, sondern seien eher in einer Art „Warteposition“.

„Es findet auch weiterhin in den einzelnen Gruppen ein reger Austausch statt - wenn auch nur online.“ Ein Karnevalverein in einem kleinen Ort auf dem Land zu sein, habe auch seine Vorteile. Viele Mitglieder seien hier Zuhause. Da treffe der Redner aus der Bütt schon hin und wieder mal ein Mitglied des Männerballetts auf der Hunderunde.

Dass die einzelnen Übungsgruppen auch weiter am Ball bleiben, sei wichtig, denn der Verein hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, in diesem Jahr den Freunden des Karnevals doch noch ein Highlight zu bieten. Geplant sei möglicherweise ein großes Open-Air-Feuerwerk karnevalistischer Freude im Sommer dieses Jahres. „Wir haben vor, auf jeden Fall einen Sommerfasching zu feiern, aber in welcher Form der organisiert wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.“ Ist eine Feier mit vielen Menschen im Sommer überhaupt schon möglich? Darf wieder musiziert werden? „Wir sind sehr davon abhängig, wie sich die Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung entwickeln.“ Immerhin wolle man zu diesem Sommerfasching auch alle befreundeten Vereine und Karnevalisten einladen. Da müsse schon klar sein, ob Gastronomen, Musiker, Techniker und Veranstalter überhaupt arbeiten könnten. Es gäbe zwar zu diesem Zeitpunkt nur die große Hoffnung und die Idee, doch schon jetzt könne sich der Verein die Bühne auf dem Festplatz als Auftrittsort für den Sommerfasching sehr gut vorstellen.

Viele Volkstänzer bei erster Inszenierung

Es seien die beiden tänzerischen und musikalischen Leiter der Volkstanzgruppe gewesen, die mit ihrer Idee im Herbst 1980 Neuenhofe zu einem Ort des Karnevals machten. Daran erinnert sich die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Elke Kühnel auf der Internetseite des Vereins. Viele begeisterte Mitstreiter hätten die Gründer Renate und Manfred Kohnert damals in ihrer Volkstanzgruppe gefunden. Der Neuenhofer Karnevalverein, kurz NKV, hat im Winter 1981 die erste karnevalistische Inszenierung auf die Bühne gebracht. Unter dem Karnevalsruf „Ninefee Helau -Jälbeine man tau!“ zogen seit dem jedes Jahr Neuenhofer und viele Gäste aus der Region an. Seit der ersten Aufführung ist der „Preußische Hof“ das Stammhaus der Neuenhofer Karnevalisten.

Inzwischen arbeite der Karnevalverein sehr professionell. Wenn Elke Kühnel nur an die Bühnentechnik denke, die „Lampen – Lichter – Leuchten“, Mikrofone, Verstärker und so weiter, die phantastische Bühnendekoration, die grandiosen Kostüme – also das gesamte Bühnenbild – welches das Programm erst so richtig in Szene setzt. „Ganz viele fleißige Hände sind daran beteiligt und viele Stunden Freizeit werden investiert, um dieses Produkt Neuenhofer Karneval fertig zu stellen“, so Elke Kühnel.

Im „Preußischen Hof“ warteten die vielen Freunde des Neuenhofer Karnevals auf Prinzenpaar, Elferrat, Sixchicks, Hofsänger und Tanzlady‘s. Die Reden aus der Bütt, die Sketche, der Auftritt des Männerballetts und das Roulette, eine Tanzshow auf Rollschuhen gehören in Neuenhofe inzwischen zu den mit Spannung erwarteten Höhepunkten der Prunksitzungen, die vor dem Rosenmontag stattfinden.