Haldensleben l Quillt der Kleiderschrank über, dann ist das ein Zeichen, dass ausgemistet werden muss. Oftmals sind ausrangierte Klamotten aber noch zu schade, um sie wegzuschmeißen. Hose, Pullover und Co. können dann den Weg in einen der 65 Altkleidercontainer des Deutschen Roten Kreuzes im Landkreis Börde antreten oder direkt in einer der Kleiderkammern abgegeben werden. So zum Beispiel in der Kleiderkammer an der Gerikestraße 81 in Haldensleben, wo ausrangierter Kleidung eine zweite Chance gegeben wird.

Das neunköpfige Team besteht größtenteils aus Ehrenamtlichen, die dreimal in der Woche die Türen zur Kleiderkammer öffnen. „Wer kommt, der bekommt auch Hilfe“, sagt Mandy Oelke, Zuständige der Sozialen Arbeit des DRK Kreisverbands Börde. Kommen kann jeder der möchte. Ein Sozialhilfenachweis oder ähnliches muss nicht vorgelegt werden.

Die Räume sind neu gestaltet

Besonders freut Mandy Oelke, dass die Räumlichkeiten jetzt neu gestaltet werden konnten. Dank Spenden wurde den Wänden ein neuer Anstrich verpasst und neue Regale angeschafft. Es soll gemütlich und ansprechend sein, „wie in einem richtigen Geschäft“, so Oelke. Das Angebot ist groß. „Wir haben alles, vom Federbett bis zum Koffer“, betont Mandy Oelke. Es seien sogar schon Pelzmäntel und Brautkleider abgegeben worden.

Aus der Angebotspalette können sich die Besucher dann das Passende heraussuchen. Als Gegenleistung wird eine kleine Spende fällig, jedoch nie mehr als zwei Euro pro Kleidungsstück. „Wir wollen nicht, dass es wie Almosen rüber kommt“, sagt Mandy Oelke.

An manchen Tagen geht auch ein Anruf aus einem Krankenhaus oder einer sozialen Einrichtung ein. Dann kommen die Mitarbeiter der Kleiderkammer mit ihren Notfallpaketen ins Spiel. In ihnen befindet sich die Grundausrüstung, wie Unterhemden, Socken und Hosen. Diese Pakete sind für diejenigen vorbehalten, die zum Beispiel keine Möglichkeit haben an ihre Kleidung Zuhause zu gelangen oder sich in einer Notlage befinden.

Viel Arbeit wartet im Lager

„Es macht mir sehr viel Spaß, hier zu arbeiten“, sagt Tatjana Boschmann, ehrenamtliche Helferin, zu ihrer Arbeit in der Kleiderkammer. Vor allem im Lager beginnt für die vielen helfenden Hände erst richtig die Arbeit. Dort muss die neu eingetroffene Kleidung begutachtet werden. Ist sie in einem tadellosen Zustand wird sie zusammengelegt und in die Regale verstaut. Auch Kleidungsstücke mit kleineren Mängel, wie das Fehlen eines Knopfs, werden angenommen.

Oft kommt es jedoch auch vor, dass die Container als Entsorgunspunkt für abgetragene und stark beschädigte Kleidung genutzt wird. Diese wird jedoch nicht in den Regalen zu finden sein, sondern wird aussortiert. Laut des DRK Börde werden diese Kleidungsstücke dann an eine Verwertungsgesellschaft transportiert, die wiederum die Stoffe zum Beispiel zu Fußmatten oder Putzlappen weiterverarbeitet. „Wir haben wirklich schöne Sachen dabei“, sagt Mandy Oelke, „aber es wird oft nicht genutzt“. Die Damen der Kleiderkammer wünschen sich, dass das Angebot von viel mehr Menschen angenommen wird, denn niemand brauche sich dafür zu schämen.