Althaldensleben l Für ein bisschen mehr Grün: Am Ende des Holzweges in Althaldensleben sollte aus einer ungenutzten Parzelle ein Schaugarten entstehen. Damit sollten die Artenvielfalt und die heimischen Insekten gefördert werden. Dort waren auch Workshops mit Kitas und Schulen geplant. Viele Partner fanden sich Anfang des Jahres 2019 für das Projekt. Im Frühjahr 2020 sollte es mit ersten Workshops losgehen – doch die einzigen, die auf dem Areal heute zu finden sind, sind die fleißigen Bienenvölker.

„Es wird kein Schaugarten entstehen“, sagt Detlef Stotmeister, stellvertretender Vorsitzender des Kleingartenvereins Lindenallee. Die Anfangseuphorie sei groß gewesen, doch am Ende stand der Verein allein da. „Wir konnten dieses Projekt als Verein nicht stemmen“, sagt Stotmeister. Bei genauerer Betrachtung sei die Umsetzung „ernüchternd“ gewesen.

Jeder sollte Beitrag leisten

Dabei waren der Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt, die Gartenakademie Sachsen-Anhalt, die Ökoschule Hundisburg, die Schlossimkerei Hundisburg, das Haus Natursinn, die Volksbank Helmstedt und der Nabu aus Sachsen-Anhalt mit im Boot. Jeder sollte einen Beitrag zum künftigen Schaugarten leisten. Einige Sachspenden wie ein Baum und ein Bienenhotel befinden sich bereits auf dem Areal, andere Spenden wurden zurückgezogen.

Für den naturnahen Garten sollten heimischen Gartenpflanzen, Staudenbeete, Obstgehölze der alten Sorten, Hochbeete mit Mischkultur, Schaupflanzungen für Hecken in Kleingärten und Wildobstgehölze angeschafft werden. Doch nach einem Jahr bleibt die Parzelle das, was sie auch vorher schon war: ungenutzt.

„Ich finde es traurig, aber die Mehrheit des Vorstandes war gegen die Umsetzung des Schaugartens“, sagt Andrea Szech, Vorsitzende des Kleingartenvereins Lindenallee. Der Plan sei aber weiterhin, die Parzelle als kleinen Schaugarten zu gestalten – aber eben für die Mitglieder des Vereins, nicht für eine breite Öffentlichkeit.

Dabei sollte der Schaugarten auch Touristen in die Börde locken – so zumindest war der Plan. Beim damaligen Pressegesprächen wurden Schaugärten gelobt als Chance für die Besucher, ökologisch gestaltete Anlagen zu erleben. Der Garten sollte etwas für die Gemeinschaft werden – nun bleibt er weiter einsam.