Hundisburg l „Anfang März ging es mit dem Gerüstbau los“, informiert Holger Waldmann, Leiter des städtischen Bauamtes. Die Sanierung betrifft vor allem den südlichen Flügel des Hauptgebäudes. Dort wird unter anderem der Dachstuhl repariert. „Einige Schäden waren durch Holzschutzgutachten bekannt“, so Holger Waldmann. Weitere Schäden seien im Verlauf der Arbeiten bemerkt worden. Sie betreffen unter anderem Sparren, Balkenköpfe und Schwellenbalken am Fuße des Dachstuhls. „Aber es liegt alles im üblichen Bereich dessen, was man erwarten kann bei einem Dach, das in die Jahre gekommen ist“, hält der Bauamtsleiter fest.

Darüber hinaus soll das Dach des Südflügels neu gedeckt werden. Derzeit befinden sich dort noch Beton-Doppelrömer aus DDR-Zeiten. Sie sollen naturroten Tonziegeln weichen. Außerdem laufen Steinmetz- und Maurerarbeiten. Beispielsweise sind Einfassungen von Fenstern an einigen Stellen schadhaft und sollen repariert werden. Das dient als Vorbereitung für einen weiteren Arbeitsschritt: einen neuen Anstrich. Den soll das komplette Hauptgebäude erhalten, damit es anschließend einheitlich aussieht. Als Farbe wurde ein Beige-Ton ausgewählt. Im September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Laut Holger Waldmann deutet im Moment nichts auf eine Verzögerung hin. Auch der Kostenrahmen von rund 467 000 Euro werde voraussichtlich eingehalten. Dabei erhält die Stadt Fördermittel in Höhe von etwa 350.000 Euro aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes“ (ELER).

Die Pläne der Stadt gehen allerdings über die aktuellen Arbeiten hinaus. „Der nächste Schritt, den wir im Auge haben, ist die Fertigstellung des Hauptgebäudes“, sagt Holger Waldmann. Dafür soll die Sanierung im Inneren fortgeführt und abgeschlossen werden. Konkret geht es um den Eingang auf der Hofseite, das Foyer, das Treppenhaus und den Hauptsaal. Nicht zuletzt soll ein Fahrstuhl installiert werden. Er soll den barrierefreien Zugang zu den oberen Räumen ermöglichen und neben dem Treppenhaus auf der Seite zum Haus des Waldes eingebaut werden. Im Haus des Waldes gibt es bereits einen Fahrstuhl. Durch diesen sind aber nur die Räume dieser Einrichtung erreichbar. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir einen erheblichen Schritt vorankommen“, erklärt Holger Waldmann mit Blick auf die noch geplanten Arbeiten. Sie sollen rund 2,2 Millionen Euro kosten und zu einem großen Teil im Jahr 2020 erledigt werden. Der genaue Zeitplan steht aber noch nicht fest. Denn die Stadt hat einen Fördermittelantrag über das Kulturerbe-Programm gestellt. Die weitere Planung hänge auch davon ab, ob und wann es einen Bescheid gibt. Apropos Hauptsaal: Vor Kurzem war dort ein Stein aus einer Wand gefallen und hatte den darunter stehenden Konzertflügel beschädigt. Wie Holger Waldmann informiert, würden die ovalen Fenster mit Netzen gesichert, damit keine weiteren Steine herabfallen. Es sei aber nicht erforderlich, den Hauptsaal weiterhin zu sperren.