Haldensleben l Unangekündigte Proben und Klausuren konnten nur bis Weihnachten geschrieben werden. Beim Unterricht zu Hause wurden vereinzelt noch Noten vergeben, wie die Haldensleber Schulleiter berichten. Vorgaben für die Benotung gab es vom Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt. Um den Schülern eine Note zu geben, seien alle schriftlichen, mündlichen sowie Videopräsentationen heranzuziehen, erläutert Pressesprecherin Josefine Hannig. Es sei sogar möglich, die Halbjahresnote anhand einer Bewertung zu vergeben. „Mehrere Noten sind natürlich besser“, so Hannig. Zum Sitzenbleiben am Ende des Schuljahres sagt sie: „Das ist auch in diesem Jahr möglich, aber unter Berücksichtigung der Sondersituation mit Corona.“

Nun mussten sich die Schulen mit der Frage, in welchem Rahmen sie ihren Schülern die Zeugnisse geben, beschäftigen. Michael Blaschke von der Gebrüder-Alstein-Grundschule würde sich einen anderen Rahmen wünschen. „Gerade in der ersten Klasse ist das ein wichtiges Ereignis“, weiß der Schulleiter. Zunächst wollte er die Zeugnisse in der Aula mit entsprechend Abstand verteilen. Schließlich habe er sich dagegen entschieden und überlegte sich eine Alternative: „Die Kinder in der Notbetreuung bekommen ihre Zeugnisse hier. Die anderen bekommen sie von ihren Klassenleitern zuhause vor der Tür.“

Lernerfolg gut verfolgen

Bereits vor den erneuten Schulschließungen im Dezember hätten die Lehrer an der Grundschule ihre Noten vergeben. „Inhaltlich und notentechnisch waren wir da schon sehr weit“, so Blaschke. Mit der Anton-App könne man den Lernerfolg der Kinder zusätzlich gut verfolgen, berichtet der Schulleiter. Zudem könnten eingereichte Aufgaben bewertet werden. Wie es für die Schüler nach der vierten Klasse weitergeht, entscheide sich meistens schon in der dritten Klasse. „Die Tendenz, an welcher Schule das Kind am besten aufgehoben ist, zeigt sich schon da. Dementsprechend schreiben wir unsere Empfehlungen für die Eltern“, erklärt Michael Blaschke.

An der evangelischen Sekundarschule werden die Halbjahreszeugnisse an die Schüler der 9. und 10. Klasse im Präsenzunterricht überreicht. Hinzu kämen noch Kinder der Notbetreuung, berichtet Schulleiterin Pia Kampelmann. „Spätestens am Montag bekommen die anderen per Einschreiben ihr Zeugnis. Das wurde den Eltern bei einem digitalen Elternabend mitgeteilt“, so die Schulleiterin.

Für diese Vorgehensweise gebe es zwei Gründe. Zum einen sei eine Vergabe vor Ort aufgrund der Corona-Pandemie nicht vertretbar. Zum anderen müssten die Eltern das Zeugnis zeitnah bekommen, da sie sonst keinen Antrag für einen Rücktritt stellen können, wie Kampelmann erklärt. Hier gebe es eine achttägige Frist. Mit dem Rücktritt könnten die Schüler zum zweiten Halbjahr eine Klasse niedriger einsteigen, um Defizite aufzuholen.

Schon viele Noten vergeben

An der Sekundarschule wurden ebenfalls im Dezember schon viele Noten vergeben, so Kampelmann. „Aber auch im Distanzunterricht lassen sich Noten vergeben, wie beispielsweise bei Referaten. Für eine faire Bewertung haben unsere Lehrer mehrere Noten gemacht“, erklärt Pia Kampelmann.

Am Professor Friedrich Förster-Gymnasium wird die Zeugnisvergabe wieder anders organisiert. Wie, das hatte Schulleiter Marco Ladewig den Eltern bereits per Brief mitgeteilt. Darin heißt es: „Aufgrund der aktuellen Eindämmungsverordnung, welche Kontakte sowie die Mobilität der Bevölkerung zu minimieren versucht, halte ich es nicht für verantwortbar, die Halbjahreszeugnisse am 5. Februar für über 700 Schüler auszugeben.“ Die Zeugnisse werden nach den Winterferien im Präsenzunterricht ausgeteilt, wie Schulleiter Ladewig erklärt. Dennoch hätten die Eltern bereits mit dem Elternbrief eine Notenübersicht erhalten. Die Schüler der Abschlussklasse bekamen ihr Zeugnis schon im Dezember, da bei ihnen das Schuljahr früher endet. „Da hatten wir schon genügend Noten“, so der Schulleiter.

Klausuren mussten nachgeholt werden

In der 11. Jahrgangsstufe hätten in ein paar Fächern Klausurnoten gefehlt, berichtet Ladewig. Deshalb sei es notwendig gewesen, die Schüler für die schriftliche Probe in die Schule kommen zu lassen. Pro Halbjahr sei vorgegeben, dass in jedem Fach eine Klausur geschrieben werden müsse, sot Ladewig.

Bei weiteren Schülern konnte nur eine Note vergeben werden. „Wir haben uns dafür entschieden, diese im Zeugnis mit „nicht bewertet“ zu hinterlegen“, so der Schulleiter. Es sei pädagogisch unklug, in so einer Situation eine schlechte Note ins Zeugnis zu schreiben, da dies für Schüler und Eltern psychisch belastend sei. „Der Schüler sollte die Möglichkeit haben, sich zu verbessern“, meint Ladewig.

Ivonne Albrecht-Philipp, die stellvertretende Schulleiterin der berufsbildenden Schulen in Haldensleben, ist schon seit einigen Tagen damit beschäftigt die Zwischenzeugnisse zu unterschreiben, erzählt sie. „Abfragen und Benotungen waren auch über den Distanzunterricht möglich“, so Albrecht-Philipp. Ungefähr zwei bis drei Noten seien sinnvoller für eine realistische Bewertung, meint sie. Über die Lernplattform Moodle sei es möglich, Online-Tests zu schreiben, aber das scheitere an den noch dürftigen Internetverbindungen.

An der Berufsschule müssten die Zeugnisse persönlich an die Schüler übergeben werden. Es sei aber auch möglich, dass eine bevollmächtigte Person das Zeugnis abhole. „Während der Ferien ist unser Sekretariat besetzt und die Zeugnisse können abgeholt werden“, so Albrecht-Philipp.