Freizeit

Spurensuche und Stempeljagd

Trotz nicht optimalen Wanderwetters hat die neue Holunderentdeckungstour in der Hohen Börde ihre Generalprobe überstanden. Viele holten sich ihre ersten Stempel ab.

Von Constanze Arendt-Nowak
Ortschronist Jürgen Puschke (rechts)  und Ortsbürgermeisterin Hilke Neuschrank (dahinter) untermalten die Holunderentdeckungstour in Hohenwarsleben mit mancher Geschichte aus der Ortshistorie.
Ortschronist Jürgen Puschke (rechts) und Ortsbürgermeisterin Hilke Neuschrank (dahinter) untermalten die Holunderentdeckungstour in Hohenwarsleben mit mancher Geschichte aus der Ortshistorie. Fotos: Constanze Arendt-Nowak

Hohenwarsleben/Eichenbarleben - Eigentlich hätten die Hohenwarsleber am zurückliegenden Wochenende die 900 Jahre Ersterwähnung ihres Ortes mit einem Heimatfest begehen wollen. Pandemiebedingt wurde das Fest aber zunächst aus dem Veranstaltungskalender gestrichen. „Ich wollte im Rahmen unseres Ortsjubiläums eigentlich eine historische Dorfwanderung anbieten, denn es gibt selbst für Einheimische im Ort manche Ecke, wo es vielleicht Erklärungsbedarf gibt“, erklärte Ortschronist Jürgen Puschke sein Bestreben.

Weil die Feierlichkeiten ausfielen, wirkte die vor allem im Freiwilligenbüro „aktive hohe börde“ entwickelte Holunderentdeckungstour wie ein Geschenk. Wie in mehreren anderen Ortschaften der Hohen Börde an diesem Wochenende wurde die Tour auch hier mit einer kleinen Dorfwanderung eingeweiht. Ausgangspunkt war die Autobahnkirche St. Benedikt, deren besondere Geschichte als erste Autobahnkirche Sachsen-Anhalts vor fast 20 Jahren begann. Die Kirche selbst ist selbstverständlich schon viel älter – und genau das spielt auch bei der Holunderentdeckungstour in Hohenwarsleben eine wichtige Rolle.

Zahlenkombination auf einer Dorfrunde finden

Um das Schloss des Stempelkastens, der vor der Kirche aufgebaut worden ist, zu öffnen, braucht es eine Kombination aus vier Zahlen, die an verschiedenen Stationen im Ort in kleinen Rätseln herausgefunden werden müssen. Die Rätsel beziehen sich auf die jeweiligen Bauwerke oder Plätze, die das Ortsbild und die Dorfgeschichte entscheidend mitprägen. Die Informationstafeln vor Ort verraten nicht nur einiges Wissenswertes, sondern helfen auch beim Finden des Zahlencodes und des weiteren Weges. „Da unsere Wanderung auch ein Stück außerhalb des Ortes entlangführt, hat Thomas Brickzinsky mehrere Wegweiser gestaltet, damit sich keiner verläuft“, erklärt Ortsbürgermeisterin Hilke Neuschrank. Die Routenführung über den Liethberg wurde bewusst gewählt, denn hier war nicht nur der Anfang der Besiedlung Hohenwarslebens, sondern die Wanderer werden hier auch mit einem herrlichen Blick auf Hohenwarsleben und weit in die Umgebung bis zu den Zielitzer Kalibergen und bis zum Wasserstraßenkreuz belohnt.

Auf dem Weg zu den vier Stationen erzählte Jürgen Puschke so manche Geschichte von Vierseithöfen, adligen Richtern, dem Gericht im Dorfkrug, dem Karlstor als früherer Dorfeingang sowie steilen Straßen, die einst nach Hohenwarsleben hinaufführten, dem Thieplatz und dem Galgenberg.

Letztlich gelang es allen Mitwanderern, mit der richtigen Zahlenkombination den Stempelkasten zu öffnen und die Wander-Stempelsammel-Karte mit einem gestempelten Hohenwarsleber Ortswappen zu versehen. „Es war sehr interessant, auch für die Kinder“, war das allgemeine Fazit der Mitwanderer.

Was aber blieb, ist noch viel Platz für weitere Stempel auf der Stempelsammel-Karte. 17 an der Zahl können es derzeit werden, denn insgesamt sind im Rahmen des Projektes in 17 Stempelstellen in den Ortschaften der Gemeinde Hohe Börde errichtet worden. Niederndodeleben wird mit zwei weiteren Stempelstellen voraussichtlich im Herbst folgen.

Nicht in allen Dörfern ist die Holunderentdeckungstour mit einer Spurensuche im gesamten Ort verbunden. Und dennoch schätzt Lisa Schulz als Koordinatorin des Freiwilligenbüros „aktive hohe börde“ die Zahl der Informationstafeln auf 40 bis 50.

In Eichenbarleben zum Beispiel ist die Lösung für den benötigten Zahlencode in unmittelbarer Nähe zum Stempelkasten an der evangelischen Nicolaikirche zu finden. Auch hier hatten sich zum offiziellen Einweihungstermin am Sonnabend mehrere Neugierige zusammengefunden, die den ersten Stempel in ihre Sammelstempel-Karte eintragen wollten, selbst wenn es nicht das beste Wanderwetter war. Mit Eichenbarleber Wappen selbstverständlich. Passend dazu hielt Rainer Totzke – selbst Wanderfreund und Ortschronist – ebenfalls Wissenswertes zur Eichenbarleber Geschichte in Wort und Bild bereit.

Zehn Stempel werden mit der Wandernadel belohnt

Einen zünftigen Start für die Holunderentdeckungstour gab es am Sonnabend oder Sonntag ebenso in Ochtmersleben, Ackendorf, Nordgermersleben, Schackensleben, Groß Santersleben, Bebertal, Wellen und Hermsdorf. Hier waren entsprechende Dorfrunden organisiert worden. Auf Entdeckungstour können Wanderlustige künftig aber auch in Bornstedt, Irxleben, Mammendorf und Rottmersleben gehen. Die Wander-Stempelsammel-Karten sind kostenlos in der Tourismuszentrale des Rathauses in Irxleben sowie in vielen Einrichtungen und in verschiedenen Geschäften in der Hohen Börde erhältlich. Wer zehn Stempel beisammen hat, kann sich beim Freiwilligenbüro seine Holunderwandernadel abholen.