Hödingen l Um Berücksichtigung der Belange eines Großteils der Hödinger Einwohner bat während der jüngsten Einwohnerfragestunde zur Stadtratssitzung Henry Weske. Der Administrator der Bürgerinitiative (BI) Hödingen, die sich gegen eine weitere Vergrößerung des ortsansässigen Landwirtschafsbetriebes ausspricht, erläuterte den Stadträten das Ansinnen der Bürgerinitiative, die sich mit zunehmenden Immissionsbelästigungen konfrontiert sehen.

„Mittlerweile geht es bei Erweiterungen und Veränderungen immer näher an den Ort heran“, berichtete der Hödinger. Dabei würde auch keine Rücksicht auf das Landschaftsschutzgebiet genommen - im Gegenteil, es wurde einfach übergangen - und das mit behördlichem Segen.

Schon 2007 sei ein Laufstall auf einer Abstellfläche gebaut worden, und so habe der Betrieb immer weitere Veränderungen zu Lasten der Einwohner vorgenommen. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich der Bau eines Gülle-Abfallbeckens am nördlichen Ortsausgang von Hödingen, so dass sämtliche Transporte vom Betrieb dorthin mitten durch den Ort realisiert werden müssen.

„Wir wollen Landwirtschaft nicht verbieten, wir alle leben auf dem Land mit der Landwirtschaft, aber jetzt muss ein Umschwung einsetzen, um weitere Belästigungen durch noch mehr intensive Nutzung zu vermeiden“, machte Henry Weske sein Anliegen deutlich.

Es habe beispielsweise eine Kontrolle durch das Landesverwaltungsamt gegeben. Offensichtlich sei dieser Termin bekannt gewesen, denn gerade da sei mineralisch gedüngt worden. Hingegen wurde das Umland wie bei Walbeck begüllt, was einige der anwesenden Stadträte naserümpfend bestätigen konnten.

Wasserprobleme in Hödingen

„Wir können unsere Natur nicht vergiften lassen“, sagte Henry Weske. Unterstützt wurde er von einer jungen Hödingerin, die den Stadträten deutlich machte, an die Zukunft zu denken. „Seit einem Jahr haben wir ein Storchennest, das jetzt erstmals besetzt ist, aber schon jetzt wird den Tieren ihr Lebensraum genommen“ befürchtete die junge Frau.

Nachweislich gibt es Wasserprobleme in Hödingen. In der Schölecke, die den Ort vom landwirtschaftlichen Unternehmen trennt, wurden deutlich überhöhte Belastungen nachgewiesen. „Wir haben inzwischen so viele Dinge aufgedeckt, aber nichts ist passiert“, so der BI-Sprecher. Doch die Hödingern werden nicht aufgeben.

Stadtratsvorsitzender Thomas May (Die Piraten) konnte Henry Weske bescheinigen, dass der Stadtrat und auch die Ausschüsse für das Thema sensibilisiert seien. „Ich bin da ganz bei Ihnen, aber diese Entscheidungen liegen letztendlich nicht in unserem Gremium“, machte Thomas May deutlich.

Stadträtin und Kreistagsabgeordnete Angela Leuschner (SPD) konnte berichten, das Hödingen inzwischen auch im Landkreis Börde ein bekanntes Thema sei. Auch der Landrat habe bereits zugesagt, sich des Themas anzunehmen. Einige Kreistagsmitglieder wurden ebenfalls bereits in Hödingen vorstellig.