Wedringen l Am Montag (25. Mai) sollten die Wedringer informiert werden. Über den Stand der Bauarbeiten ihrer Ortsumgehungsstraße, über die vorübergehende Sperrung ihrer Ortsdurchfahrt im kommenden Jahr. Eine Bürgerveranstaltung war geplant. Doch das war vor Corona. Wie viele andere Veranstaltungen war auch diese abgesagt. Die Landesstraßenbaubehörde plant nun für den Herbst einen Ersatztermin.

Das ist bitter für einige Wedringer. Die letzte Informationsveranstaltung war im November 2019. „Wir möchten natürlich das Baugeschehen verfolgen“, sagt Sigrid Arnstedt, Sprecherin der Bürgerinitiative Wedringen. Viele Wedringer würden das Bauende im August 2021 infrage stellen und wären beruhigter, wenn sie regelmäßige Informationen erhalten würden. „Hauptsache ist, dass Arbeiten nicht stagnieren“, hofft sie.

Mehr als eine Absage gewünscht

Auch Steffen Kapischka, Ortsrat und Bürgerinitiative-Mitstreiter, hätte sich mehr von der Landesstraßenbaubehörde als eine Absage gewünscht: „Auch ohne Veranstaltung sollte man Alternativen suchen, um die Informationen an die Wedringer zu bringen.“

Allerdings blieb man nicht untätig bei der Behörde. Stefan Hörold, der dortige Leiter des Regionalbereichs Mitte, wollte zumindest die Presse bei einem Ortstermin informieren.

Und er hatte keine schlechten Nachrichten beim Termin am vergangenen Freitag. Hörold betonte, es gebe trotz Corona keine Verzögerung bei den Bauarbeiten. „Die Baufirma hatte keinen Coronafall, auf die Bauleistung hatte Corona bislang keine Auswirkung“, sagte er. Darüber hinaus gibt es offenbar noch einen kleinen Hoffnungsschimmer zur angekündigten Sperrung der Wedringer Ortsdurchfahrt im kommenden Jahr. Hörold sagte, die Behörde prüfe eine technische Lösung, die die Sperrung möglicherweise verkürzen könne. Er betonte, dass alles versucht werde, um eine gute Lösung zu finden. Man müsse aber nun erst einmal die Prüfung des technischen Verfahrens abwarten.

Starke Nerven nötig

Geplant ist die Sperrung der B 71 in Wedringen im kommenden Jahr bislang von Februar bis Juli 2021. Autofahrer müssen dann starke Nerven beweisen. Geplant ist dann eine weiträumige Umfahrung, die bereits auf den Autobahnen 2 und 14 beginnt. Bei der letzten Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 sind laut Straßenbaubehörde 15 907 Fahrzeuge über die B 71 durch Wedringen gefahren, davon 2248 Lkw. Notwendig ist die Sperrung, um die Anschlusstelle von Haldensleben über die neue B 71n auszubauen (Volksstimme berichtete).

Bald beendet sind die Bauarbeiten am Ortseingang von Haldensleben. Dort rollt der Verkehr ab Ende August vierspurig. Die Asphaltarbeiten sind laut Hörold bereits weitgehend abgeschlossen. Gearbeitet werde derzeit noch an Fahrbahnmarkierungen und einigen Leitungen. In den kommenden Wochen solle außerdem weiter die Beschilderung aufgebaut werden.

Viel Erde wird bewegt

Zwischen Haldensleben und Wedringen wird nach Pfingsten zudem viel Erde bewegt. Wie Ulrike Schüler, Fachbereichsleiterin Straßenbau, berichtete, sollen es alleine dort rund 100.000 Tonnen sein. Damit werde ein Damm aufgeschüttet.

Verlaufen die Arbeiten weiter planmäßig, soll die Ortsumgehung im September 2021 für den Verkehr freigegeben werden. Die Gesamtfertigstellung ist bis Mitte 2022 geplant.