Magdeburg l Manche bedachten die bewaffneten Stammeskrieger mit erstaunten Blicken, anderen war die Neugier schon von Weitem anzusehen: Der Gemeinschaftsstand der Stadt Haldensleben und der Verbandsgemeinde Flechtingen hat auf dem Magdeburger Messegelände für Aufmerksamkeit gesorgt. Dabei präsentierte sich die Stadt in enger Zusammenarbeit mit dem Bahnhofcenter der Wobau.

„Wir haben unter anderem den aktuellen Kulturkalender und das Jahresprogramm von Schloss Hundisburg hier. Beides wird gut nachgefragt“, berichtete Stefanie Stirnweiß von der Abteilung Stadtmarketing und Kommunikation. Darüber hinaus gab es noch viel mehr Info-Materialien - beispielsweise zum „Entdeckerpfad Zeitspuren“ und den archäologischen Kulturdenkmälern im Umfeld der Stadt, zum Naturerlebnispfad, Radtouren sowie möglichen Unterkünften.

100 Jahre Bauhaus und 600 Jahre Roland

Zwei Schwerpunkte standen besonders im Fokus: Zum einen das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“. Dabei spielen nicht nur Dessau und Magdeburg eine Rolle. Dank des ehemaligen Pflegerdorfes in der Nähe des Krankenhauses ist auch Haldensleben ein Korrespondenz-standort, wie Stefanie Stirnweiß erklärt.

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Den zweiten Schwerpunkt bildete der Haldensleber Roland. Die erste nachweisbare Erwähnung ist mittlerweile 600 Jahre alt. Das soll 2019 gewürdigt werden. „Das Jubiläum wird in verschiedene Veranstaltungen integriert“, so Stefanie Stirnweiß. Das Altstadtfest wird zum Beispiel um einen Rolandmarkt erweitert. Zusätzlich soll am Pfändegraben ein Rolandreiten stattfinden. Diese traditionelle Veranstaltung bildete bisher einen Teil des Historien-Spektakels „Gertrudium“. Auch bei Letzterem ist der Roland natürlich nicht wegzudenken. Darüber hinaus gibt es schon jetzt im Museum eine entsprechende Dauerausstellung.

Festspiele gehen in dritte Runde

Im Hinblick auf das Jubiläum war der Haldensleber Roland bereits am Freitag am Messestand zu Gast. Am Sonnabend sorgten die Templer vom Förderverein Wichmannsburg und Umgebung für Hingucker. Sie boten Informationen zur Stadtgeschichte sowie zu ihrem Verein und dessen Aktivitäten. Am Sonntag hielten dann die Süplinger Indianer und Cowboys aus „Canyon City“ Einzug. Sie hatten nicht nur Speere, Messer und Äxte im Gepäck, sondern auch eine Litfaßsäule und einen Projektor. Beide boten Besuchern Eindrücke von den Karl-May-Festtagen 2018. „Wir möchten gern ein bisschen Aktion an unserem Stand und nicht nur Broschüren auslegen. Was die Süplinger auf die Beine gestellt haben, ist sehr beachtlich“, lobte Stefanie Stirnweiß.

Unter dem Titel „Unter Geiern“ sollen die Festtage 2019 in die dritte Runde gehen. „Wir möchten das Programm aus dem letzten Jahr noch erweitern“, informiert Lutz Constabel. Er hatte ursprünglich die Idee zu den Festtagen und freute sich, dass der Gedanke von so vielen Menschen aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Zirka 130 Beteiligte und Helfer hätten 2018 mitgemacht.

Dreitägiges Wochenende

Dieses Jahr soll es ein dreitägiges Erlebniswochende vom 9. bis 11. August geben. Das Motto lautet „Karl May: Mittendrin statt nur dabei“. Auf die Besucher warten Angebote wie Kanufahren, Bogenschießen, Axtwerfen, Reiten, Kochen oder Backen. Naturführungen sind ebenfalls geplant. Denn Achtsamkeit für die Natur ist den Mitwirkenden sehr wichtig. Die Möglichkeit zu Übernachtungen werde es auch geben, so Lutz Constabel.

Nicht zuletzt ist ein Fünf-kampf um den Titel „Canyon Man“ geplant. Frauen und Kinder dürfen selbstverständlich auch mitmachen. Die Disziplinen sind: Schwimmen, Kanufahren, Axtwerfen, Laufen und Bogenschießen.

Auch ehemalige Einheimische dabei

Für den Sonnabend und Sonntag sind Shows geplant. Die Handlung orientiert sich grob am namensgebenden Karl-May-Buch „Unter Geiern“.

Ganz besonders erfreut zeigten sich Lutz Constabel und Herbert Peters, der ebenfalls als Indianer bei der Messe war, darüber, dass auch viele ehemalige Süplinger dabei seien. Sie kämen aus Orten wie Braunschweig, Berlin oder Hamburg eigens für das Spektakel in die alte Heimat zurück. Welche Wellen die Süplinger Festtage bereits geschlagen haben, lässt sich auch daran erkennen, dass sich sogar ein Kanonier aus Berlin angekündigt hat, der unbedingt mitmachen will.