Haldensleben l Illegal abgeladener Müll ist in und um Haldensleben ein Problem. Das zeigt sich schon in den Meldungen des städtischen Online-Portals „Sag’s uns einfach“: Im Dezember vergangenen Jahres wurden zwei und im November drei Fälle von wild abgelagerten Müll gemeldet. Den Beschwerden zufolge haben Unbekannte im November beispielsweise einen alten Kühlschrank und in einem weiteren Fall vier Autoreifen einfach im Wald entsorgt.

Dass besonders illegal abgeladener Müll in der Natur ein Problem ist, bestätigt Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann: „Leider kommt es vor allem in allen stadtrandnahen Naturbereichen, so etwa im Wald nahe dem Süplinger Berg, immer wieder zu illegalen Müllentsorgungen.“ Pandemiebedingt müssten die Stadtreinigungstage ausfallen. Normalerweise werde der Müll bei solchen Reinigungsaktionen gerade an diesen Brennpunkten von Schülern und Freiwilligen eingesammelt. „Regelmäßig kommen mehrere Kubikmeter Müll bei diesen Aktionen zusammen“, so der Stadtpressesprecher. Für die Entsorgung der gesammelten Müllmengen sei dann der Stadthof verantwortlich.

Stadthof hat viel zu tun

Aber auch in Haldensleben hätten die Mitarbeiter des Stadthofs eine Menge zu tun, um die Stadt sauber zuhalten. Rund 100 Mülleimer müssten regelmäßig entleert werden. An Wochentagen sowie am Sonnabend überprüfen die Mitarbeiter auf ihren Touren die Innenstadt auf herumliegenden Abfall und volle Papierkörbe, so Zimmermann.

„Leider gibt es natürlich Hotspots, an denen regelmäßig Müll entsorgt wird, zum Beispiel in der Günterstraße in der Nähe des früheren Wertstoffhandels“, berichtet Lutz Zimmermann. Fehlende Straßenbeleuchtung und leerstehende Fabrikhallen würden einige dazu verleiten, an diesen Orten ihren Müll zu entsorgen. „Auch der Parkplatz an der B 245 – Alte Ziegelei – und die frühere B 71 an der Jugendherberge sind bei ,Mülltouristen‘ beliebt“, weiß der Stadtpressesprecher.

Grundsätzlich sei das Verbot, Müll in der Öffentlichkeit zu entsorgen, in der Stadtordnung geregelt. Die Verstöße könnten prinzipiell mit einem Bußgeld bis zu 2 500 Euro geahndet werden. Es gibt nur einen Haken: „Die Nachweisführung ist leider in den meisten Fällen schwierig.“

Für Müllkippen zuständig

Außerhalb Haldenslebens ist der Landkreis Börde für die wilden Müllkippen zuständig. Meldungen dazu gingen von Bürgern, Grundstückseigentümern, Landwirtschafts- und Forstbetrieben sowie über Beschwerdeportale und Ordnungsämter ein, erklärte Pressesprecher Uwe Baumgart. „Mit der Beseitigung und der Entsorgung wird dann der Kommunalservice des Landkreises Börde, die AÖR, beauftragt“, so Baumgart.

Die Entsorgungskosten dafür beliefen sich jährlich auf ungefähr 160 000 Euro. Sofern der Müllverursacher nicht ausfindig gemacht werden kann, müsse für die Kosten die Allgemeinheit durch die Abfallgebühren aufkommen, erklärt Baumgart weiter. Ermittelt werden könnten die Verursacher jedoch nur nach entsprechenden Zeugenaussagen.