Sachschaden

Vandalismus treibt den Niederndodeleber Ortsbürgermeister zur Weißglut

Für Niederndodelebens Ortsbürgermeister Wolfgang Schmid ist das Maß voll. Am zurückliegenden Wochenende sah der Wasserspielplatz aus wie ein Schlachtfeld,

Von Constanze Arendt-Nowak
Immer wieder sind die Spuren des Vandalismus auf dem Wasserspielplatz zu entdecken.  Scherben im Sand (kleines Foto) sind eine große Gefahr für die Kinder.
Immer wieder sind die Spuren des Vandalismus auf dem Wasserspielplatz zu entdecken. Scherben im Sand (kleines Foto) sind eine große Gefahr für die Kinder. Fotos: W. Schmid

Niederndodeleben - Flaschen waren zerschlagen worden, die Scherben im Sand verteilt und auch der Inhalt von Abfallbehältern war ringsherum verstreut. „Eine Gefahr für die Kinder“, erklärte er, nachdem er zur Sicherheit vorübergehend erstmal die Tür zugeschlossen hatte. Inzwischen waren die Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Hohe Börde im Einsatz. Sie haben den Müll zusammengesucht und zudem auch den Sand durchgesiebt, so dass die Gefahr zunächst gebannt ist und der Spielplatz wieder geöffnet werden kann.

Nach einem Gespräch mit einem Anwohner geht Wolfgang Schmid davon aus, dass als Verursacher Jugendliche infrage kommen. Eine Gruppe von ihnen soll sich am Freitagabend nach 22 Uhr auf dem Spielplatz aufgehalten haben, nachdem Familien den Platz ordentlich verlassen hatten. „Die haben auch gegrölt und gesungen“, berichtet der Ortsbürgermeister, für den das Problem kein neues ist. Das Abschließen des Spielplatzes würde die Jugendlichen nicht abhalten. „Dann steigen sie eben über den Zaun.“ Der Vandalismus nimmt kein Ende.

Alle Ideen, die zur Minderung des Vandalismus führen könnten, wurden nach Aussage von Wolfgang Schmid in der Verwaltung der Gemeinde Hohe Börde bisher nicht erhört. Eine Überwachungskamera, mehr Polizeipräsenz oder einfach mehr Beleuchtung – so lauten die Ideen. „An die Beleuchtung hätte man gleich bei der Errichtung des Spielplatzes denken können, nun kommt immer nur die Aussage, es ist kein Geld da“, so Schmid, in dessen Augen das eine Maßnahme zur Gefahrenabwehr wäre. Es müsse etwas getan werden zum Schutz der Kinder. Helfen könnte auch, wenn die Eltern, die mit ihren Kindern auf dem Spielplatz verweilen, ihren Abfall mit nach Hause nehmen.

Anzeigen gegen Verursacher

Für den aktuellen Fall hat der Ortsbürgermeister angekündigt, gegen die Verursacher Anzeige zu erstatten. „Sie haben billigend in Kauf genommen, dass sich Kinder verletzen“, unterstreicht er. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, setzt er 100 Euro aus. „Andere fahren los, um Flutopfern zu helfen und mit anzupacken, und dann gibt es solche Menschen, die alles nur zerstören“, sagt er fassungslos.

Die Verwaltung der Gemeinde Hohe Börde steht der Zerstörungswut ebenfalls hilflos gegenüber. Nach Aussage von Bürgermeisterin Steffi Trittel, kann auch das Ordnungsamt die Aufgabe nicht bewältigen. Letztlich setzt sie auf die Zivilgesellschaft, die stark sein muss, um das Geschaffene zu erhalten und einem deutschlandweiten Problem zu begegnen. „Ich glaube auch nicht, dass wir das Problem mit mehr Licht und Polizeipräsenz lösen können“, fasst die Bürgermeisterin zusammen und erklärt, dass für die Installation der Beleuchtung eine größere Baumaßnahme notwendig wäre.