Vandalismus

Wilde Schmierereien nehmen in Haldensleben wieder zu

Bunte Krakeleien an Hauswänden - in Haldensleben, so scheint es, werden sie wieder häufiger hinterlassen. Sie sind ein gewaltiges Ärgernis, ihre Beseitigung kostet viel Geld und die Verursacher sind kaum zu fassen.

Von Jens Kusian
Schön gemacht - und schön wieder versaut: Selbst das top gestaltete Trafo-Häuschen an der Haldensleber Ohrelandhalle ist vor Schmierfinken nicht sicher.
Schön gemacht - und schön wieder versaut: Selbst das top gestaltete Trafo-Häuschen an der Haldensleber Ohrelandhalle ist vor Schmierfinken nicht sicher. Foto: Jens Kusian

Haldensleben

Für die einen ist es Kunst, für die anderen nur buntes Geschmiere - die bunten Schriftzüge, die an Gebäuden, Bauten und Gegenständen hinterlassen werden. Und was für die einen ein Ausdruck künstlerischer Freiheit sein mag, ist für andere wiederum ein gewaltiges Ärgernis. Unterm Strich aber ist und bleibt es eines: Sachbeschädigung.

Auch in Haldensleben sind solche Schmierereien mehr oder weniger an der Tagesordnung. „In absoluten Zahlen lässt sich das nicht bestätigen, zumal es keine zentrale Erfassung dieser Schäden gibt. Eher gefühlt scheinen Schmierereien zugenommen zu haben, wobei häufig auch privates Eigentum betroffen ist“, sagt Stadtpressesprecher Lutz Zimmermann dazu.

Selbst Stadtmauer bleibt nicht verschont

Es sind meist einfache Tags, also die geschriebenen Namen eines Writers beziehungsweise Sprayers, mit denen die Stadt zugebombt wird. Sie finden sich unzählige Male an Fassaden und Mauern, auf Papierkörben und Bänken. Die bunten Krakeleien zu entfernen, ist oft mit einem hohen Aufwand verbunden. „Das wird gerade im Bereich der Stadtmauer deutlich, die immer wieder beschmiert wird. Die Farbe ist nicht so leicht zu entfernen, und übermalen geht an der Stadtmauer auch nicht“, nennt Stefanie Stirnweiß von der Stadtverwaltung ein typisches Problem in Haldensleben.

Zur Anzeige gebracht werden diese Sachbeschädigungen häufig. „Doch einen Täter zu erwischen, gelingt uns meist nur, wenn wir ihn auch auf frischer Tat ertappen“, erklärt Matthias Lütkemüller, Pressesprecher des Polizeireviers Börde in Haldensleben. Allerdings, so meint er, hätte es durchaus schon Erfolge in diesem Zusammenhang gegeben. „Wichtig für uns sind aber auch immer Hinweise aus der Bevölkerung. Wer so etwas bemerkt, sollte uns sofort informieren“, so Lütkemüller weiter.

Verwaltung sucht nach Lösungen

In der Stadtverwaltung sammelt die Abteilung Jugend und Sport aktuell Ideen und Vorschläge, wie der Problematik Einhalt geboten werden. Diese sollen dann bei der nächsten Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses diskutiert werden.

In Haldensleben hatte es bis vor wenigen Jahren noch das Experiment gegeben, alle Vandalismusschäden zu erfassen. Für die Beseitigung stand eine bestimmte Summe im Stadthaushalt zur Verfügung. Bei Unterschreiten des Vorjahreswertes wurden diese Gelder an die Schulen in Höhe der Differenz ausgeschüttet. Mittlerweile ist das Projekt jedoch gestorben. Es habe sich nicht messbar bewährt, meint Lutz Zimmermann.