Flechtingen l Die Verbandsgemeinde betrachtet die Erarbeitung des Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzepts (Igek) nicht nur als Grundlage für künftige Förderungen durch das Land Sachsen-Anhalt, sondern auch als zukunftsfeste, strategische, fortschreibungsfähige Konzeption für den künftigen Entwicklungsweg.

Vor dem Hintergrund des angestrebten Betrachtungshorizontes werden bis zum Jahr 2035 die einzelnen Mitgliedsgemeinden auf spezifische Stärken und Schwächen analysiert, mögliche Alleinstellungsmerkmale und Zukunftspotenziale herausgearbeitet sowie Handlungsschwerpunkte festgeschrieben“, erklärte Flechtingens Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos). Das Ziel bestehe – nach den Ausführungen von Weiß – darin, eventuellen Fehlentwicklungen, die die Tragfähigkeit von Einrichtungen der sozialen und technischen Infrastruktur gefährden könnten, von vornherein entgegen zu wirken.

Chancen für die Region

Im ersten Halbjahr 2019 wurden in diesem Rahmen unter anderem Rundgänge durch die Ortsteile, Arbeitsgruppentreffen und Diskussionen durchgeführt. Sämtliche Dokumentationen sind hier abrufbar. m Ergebnis der Workshops wurde nun eine Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse betrieben und daraus entsprechende Handlungsfelder abgeleitet. Die Mitgliedsgemeinden und die Verbandsgemeinde definieren für sich entsprechend der Handlungsfelder ein oder zwei Leitprojekte und formulieren einen Maßnahmenkatalog. Der Entwurf sei durch den Gemeinderat zu überarbeiten.

Im Katalog der Maßnahmen stehen zum Beispiel die regelmäßige Fortschreibung der Risikoanalyse und des Brandschutzbedarfplanes. Zu den Ideen gehören auch Projekte im Bereich des Brandschutzes in Schulen und Kitas, um Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen.

Radwegenetz im Fokus

Ebenfalls auf der Agenda ist der Ausbau des Radwegenetzes sowie das Radfahren im Alltagsverkehr. Dabei gehe es auch um die Verbindung der Mitgliedsgemeinden unterein-ander. Als Beispiel nannte der Bürgermeister einen geplanten Radweg entlang der Straße zwischen Flechtingen und Calvörde. Der Vorschlag für die Erstellung einer Rad-und Wanderkarte war das Ergebnis einer Arbeitsgruppe. „Dabei gilt es, bestimmte Projekte miteinander zu verknüpfen, wie zum Beispiel den Drömling mit dem Elbe-Aller-Radweg oder anderen kleineren Wegen zu verbinden“, schilderte Weiß.

Einig waren sich die Anwesenden am Tisch, dass vorhandene Tourismuskonzepte eingearbeitet werden sollen. „Wir müssen ja das Pferd nicht immer wieder neu erfinden, sondern wir können die konkreten Sachen verwenden“, sagte der Chef der Verbandsgemeinde. Thema einer der Workshops war das wilde Parken. Die Schaffung von Park-Ride-Parkplätzen, zum Beispiel an der A 2 und an den Bahnhöfen, könnte dort Verbesserungen schaffen.

Jede Mitgliedsgemeinde soll sich neben den Maßnahmen Gedanken auch über ein Leitprojekt machen. Das Leitprojekt kann ein großes Projekt sein oder es können sich darunter auch mehrere Maßnahmen bündeln. Alle Hinweise zum Igek werden nun gesammelt und bei einer Zusammenkunft im September ausgewertet.