Schollene l „Felix“ und seine drei Artgenossen haben sich schon mal fein gemacht für den Geburtstag. Die Alpakas tollen mit flottem Kurzhaarschnitt durchs Gehege. Das war ein kleines Fest, als der „Frisör“ vor kurzem am Haus am Wall die Schermaschine auspackte. Etliche der Bewohner der „Gemeinwesen Integrierte Wohnanlage“ (GIW) schauten zu, wie das dicke Winterfell geschoren wurde. Die Alpakas gehören seit Jahren zur tiergestützten Therapie und erfreuen auch das Herz der Spaziergänger, die auf dem Weg Richtung Havel am Haus am Wall vorbei kommen. Hier wird getöpfert, gewebt, gemalt, gefilzt ... alles, was den GIW-Bewohnern Freude macht und wozu sie in der Lage sind.

Start im März 1998

Für viele von ihnen ist die GIW-Anlage auf dem Mühlenberg, die zum Reha-Zentrum Berlin Ost gehört, schon viele Jahre das Zuhause. Im März 1998 ist die erste Bewohnerin eingezogen. Es gibt 30 Plätze in drei Häusern für stationär betreutes Wohnen, fünf für intensiv betreutes Wohnen und 20 für ambulant betreutes Wohnen. 32 Mitarbeiter kümmern sich um die Menschen mit unterschiedlichem Grad an Behinderungen.

Seit 2014 ist Kathleen Stahlberg, zuvor Ergotherapeutin, die Leiterin der Anlage. Sie ist in vielerlei Hinsicht glücklich und zufrieden, wenn sie an 20 Jahre GIW denkt. „Unsere Bewohner fühlen sich wohl, die Mitarbeiter kommen jeden Tag gern zur Arbeit und – was mir sehr wichtig ist – wir gehören hier in Schollene dazu! Es herrscht ein gutes Miteinander zwischen den Dorfbewohnern und uns hier auf dem Mühlenberg.“

Sie nennt den Lebensmittelmarkt, die Gaststätte, die Schulküche, den Seniorenwohnpark, die Arztpraxis Güldenpfennig, Vereine und auch diverse Baufirmen als Partner. Die Dorfbewohner kommen gern zu den Festen oder zum Tag der offenen Tür im Haus am Wall, Ältere leben in den altersgerechten Wohnungen auf dem Mühlenberg. „Das ganze Drumherum ist herrlich! Man macht das Fenster auf und hört die Vögel zwitschern. Hier kann man alt werden!“

Partyraum im Haus am See

Auf dem Mühlenberg, inmitten der Anlage, gibt es das „Haus am See“. Bislang vom Reha-Zentrum Berlin Ost an Gastwirte vermietet, kümmert sich nun die GIW um das Restaurant und die elf Gästezimmer. Es gibt zwar keinen Gaststättenbetrieb, aber das Lokal samt Wintergarten mit herrlichem Blick übers Land kann für Feiern quasi als großer Partyraum gemietet werden. „Das ist schon sehr gut angelaufen und es gibt etliche Buchungen für die kommenden Monate“, freut sich Kathleen Stahlberg über diverse Familienfeiern, die hier schon stattgefunden haben. Und auch die GIW selbst nutzt die Räumlichkeiten natürlich. In die Ferne geblickt, denkt die Leiterin an mögliche weitere Wohnplätze für Menschen mit Behinderungen in dem großen Gebäude, „es gibt verschiedene Ideen, das Haus mit Leben zu füllen“.

Feierstunde am 23. August

Jetzt erst einmal sind alle Gedanken auf das Jubiläum gerichtet. Die Einladungen für die Feierstunde am 23. August sind verschickt. Über die Zusage von Dr. Anton Schreiber als langjährigem Hausarzt und auch dem ehemaligen Schollener Bürgermeister Hasso Gäde freut sich das Mitarbeiterteam besonders. Mit Vertreter von Behörden, Wegbegleitern und Unterstützern soll auf 20 Jahre GIW zurückgeblickt werden.

Es gibt aber mehr als nur die Feierstunde. Bereits am 21. August findet in der Brauerei eine Fachtagung samt Ausstellung „Behindert und Gesund“ der Stiftung in Kooperation mit der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin statt. Am 23. August nach Reden und Grußworten im Festzelt am Fuße der Mühle kann man sich die Anlage ansehen und einen Blick in die Wohnbereiche werfen, die Sitztanzgruppe bereitet einen Beitrag vor und mittags gibt es eine Vorführung des Schwarzlichttheaters, mit dem die GIW schon vielen Zuschauern in der Region eine Freude gemacht hat und dafür auch schon ausgezeichnet wurde. Das erste Stück, „Aus schwarz und weiß wird bunt“, ist neu aufgelegt und wird zum Jubiläum von den Bewohnern und Betreuern vorgeführt. Übrigens kann man das Theater buchen – bei Interesse unter Tel. 039389/96 130 melden!

Am Freitag ist dann Party auf dem Festplatz im Dorf. Um 17 Uhr geht es los. Für Live-Musik sorgt die Band „Saitenspringer“ und Heiko Kurze als DJ für Musik aus der Konserve.

Damit klingt dann der Veranstaltungsreigen zum „20.“ aus.