Elbe-Havel-Land l Der Unterhaltungsverband „Trübengraben“ mit Sitz in Havelberg ist für den ordentlichen Zustand der Gräben zuständig. Alle Gewässer zweiter Ordnung – also jene, die nicht in Havel oder Elbe entwässern – gehören zu seinem Verantwortungsgebiet. Insgesamt sind es um die 730 Kilometer – der Trübengraben gehört übrigens nicht dazu. Die Hauptvorfluter müssen immer als erste geräumt werden, denn in ihnen läuft bei nasser Witterung das meiste Wasser ab.

In drei Tages-Etappen besichtigten die Kontrolleure – unter anderem Naturschutz- und Wasserbehörden, Landwirte, kommunale Vertreter sowie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz – die Gräben zwischen Vehlgast-Kümmernitz im Norden und Jerichow im Süden. Zwei Firmen aus Havelberg und Kamern waren mit der Grabenunterhaltung beauftragt. Da die Firma Geka aus Kamern mangels eines Nachfolgers für Geschäftsführer Klaus Beck ab Januar abgewickelt wird, ist dann nur noch die Firma Lati aus Havelberg zuständig.

Deren Geschäftsführer Gerhard Schulenburg wies beim Treff vor der Schau in Schönhausen einmal mehr auf die Probleme hin, denen seine Angestellten bei der Grabenpflege ausgesetzt sind. Besonders ärgert ihn ein Gerichtsstreit, bei dem es um einen beschädigten Hochsitz geht – ein solcher darf nur am Graben stehen, wenn der Besitzer das Areal dann auch selber räumt. Beim Mähen war die Hängerkupplung des transportablen Hochsitzes beschädigt worden – im hohen Gras hatten die Arbeiter die eingewachsene Kupplung nicht entdeckt.

Auch erinnerte der Geschäftsführer daran, dass der Bagger bei der Sohlkrautung nicht umgesetzt werden kann – deshalb muss auf Maisfeldern am Graben ein Pflegestreifen freigehalten werden. Auch sollten die Landwirte nicht bis an die Böschung pflügen, dort wird das Mähgut abgelegt, zudem fährt es sich auf einer Furche schlecht.

Oftmals Behinderungen

Sein Kollege Klaus Beck, Geschäftsführer der Geka, mahnte zudem, auch beim Einkoppeln an die Grabenpfleger zu denken. Die Arbeiter werden oftmals von Stacheldraht, Strom führenden Drähten oder fehlenden Handgriffen bei ihrer Arbeit behindert. Zudem sei der Streitländer Weg durch Schranken abgesperrt.

Zu den Einkopplungen gab der Schönhauser Landwirt und Schaubeauftragte Gottfried Bauch zu bedenken, dass wegen der nahen ICE-Strecke ein Ausbruch der Tiere recht teuer werden könne. So verzichte mancher Landwirt lieber auf Handgriffe, die auch von Unbefugten missbraucht werden könnten. Zudem wies er darauf hin, dass das bislang auf der Böschung abgelagerte Mähgut mittels einer Fräse im Umland verteilt werden sollte. Allerdings gibt es dazu noch keinen Auftrag vom Verband.

Ein weiteres Thema waren die durch die Flutkatastrophe abgestorbenen Erlen an den Gräben. Hierzu informierte Gerhard Schulenburg, dass er sich extra dazu einen Hackkomplex angeschafft habe, wegen der enormen Mengen an Totholz aber alles nur nach und nach abarbeiten könne.

Enorme Mengen Totholz

Die Havelberger Firma wird auch die Kollegen aus Kamern übernehmen, hatte darum sogar neue Mäh-, Grabenräum- und Transporttechnik angeschafft. Lati wird die Pflege zu den gleichen Konditionen wie bei Geka fortführen, informierte Verbandsvorsitzender Helmut Schulz aus Sandau.

Er berichtete von einem Besuch im niedersächsischen Verden, wie dort die Grabenpflege gehandhabt wird: Die Landwirte erhalten vorab eine Information mit den Terminen, wann welcher Graben an der Reihe ist. Daran haben sie sich bei ihrer Arbeit zu halten.