Anlage für Menschen mit Behinderungen

Alpakas sind mit flotter Frisur bereit für Besucher im Therapiehaus Schollene

Dank der Corona-Lockerungen kann die Schollener Wohnanlage für Menschen mit Behinderungen nun wieder Pläne schmieden – Feierpläne und Baupläne.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt 01.07.2021, 13:52 • Aktualisiert: 01.07.2021, 16:23
Sabrina Krebs und Bastian Jadatz mit den frisch frisierten Alpakas „Campino“ und „Lothar“.
Sabrina Krebs und Bastian Jadatz mit den frisch frisierten Alpakas „Campino“ und „Lothar“. Foto: Kathleen Stahlberg

Schollene - Die beiden Alpaka-Herren haben rechtzeitig vor Öffnung des Hauses am Wall den Frisör besucht, damit die Wolle runter kommt. Dazu machten sie mit den Betreuern Sabrina Krebs und Bastian Jadatz sogar einen Ausflug, weil der Frisör Station in Hohengöhren machte und hier die Schere ansetzte.

Im Gatter am Haus am Wall war es während der letzten Monate recht langweilig für die zutraulichen Alpakas. Denn die Therapieeinrichtung war coronabedingt geschlossen. „Aber nun sind die allermeisten der insgesamt 53 Bewohner aus den drei Wohngruppen und auch die aus dem ambulant betreuten Wohnen geimpft und das Hygienekonzept konnte gelockert werden“, ist Heimleiterin Kathleen Stahlberg erleichtert. Rückblickend spricht sie zwar auch mal von schwierigen Momenten, wenn beispielsweise kein Besuch empfangen werden durfte, „aber wir hatten glücklicherweise nur ein leichtes Infektionsgeschehen und unsere Mitarbeiter haben das Beste aus der Situation gemacht“. Inzwischen sind die Angehörigen wieder herzlich willkommen und die Menschen mit Behinderungen sind auch wieder unterwegs und die Angebote wie Tanzstunde, Lesestunde oder Bowling können unterbreitet werden. Und es wird auch schon die erste Feier geplant: Ein Sommerfest an der Mühle. Zwar nicht in ganz großem Rahmen, aber für alle Bewohner.

Sabrina Krebs ist die Neue im Team

Im Haus am Wall, wo getöpfert, gefilzt oder mit Holz gearbeitet wird, gibt es mit Sabrina Krebs ein neues Gesicht. Sie hat die langjährige Mitarbeiterin Brigitte Röker abgelöst, die in Rente gegangen ist. Zusammen mit Susanne Alisch unterbreitet Sabrina Krebs den Menschen mit Behinderungen kreative Angebote. Und vielleicht ist es in diesem Jahr ja wieder möglich, dass beim Schollener Weihnachtsmarkt all die Dinge, die im Rahmen der Therapie entstehen, anzubieten.

Die GIW-Wohnanlage, die von der Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin betrieben wird, investiert weiter in die Zukunft. Bereits im vergangenen Jahr wurde an den Wiesen- und den Waldhof angebaut, damit mit entsprechend größerem Platzangebot aus den Doppelzimmern Einzelzimmer gemacht werden konnten. Nun kommt auch noch der Mühlenhof an die Reihe, so dass künftig alle Bewohner über ein Einzelzimmer verfügen.

Neuer Wohnbereich im einstigen „Seeblick“ geplant

Mehr noch: Die Bildung einer vierten Wohngruppe im großen „Haus am See“ steht an. Acht Menschen mit Behinderungen sollen in dem Haus, in dem sich einst Gaststätte und Ferienwohnungen befanden, ein Zuhause finden. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da. Derzeit laufen intensive Gespräche mit allen Behörden, der Bauplan liegt bereits vor“, ist Kathleen Stahlberg optimistisch, dass die Umsetzung nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.