Klietz l Schon von weitem ist nicht nur die Klietzer Kirche zu sehen, sondern auch das Kreischen der Kettensäge zu hören. Etliche Bäume – vor allem waren es Fichten – haben auf dem erhöhten Kirchhügel die trockenen Jahre in Folge nicht überstanden. Eichen mit ihren langen Pfahlwurzeln stecken die Trockenheit etwas besser weg als Flachwurzler.

Da deshalb Gefahr in Verzug war, sollte eigentlich schon im Frühjahr ein Arbeitseinsatz stattfinden, berichtet Kirchspielvorsitzender Walter Volkmer. Doch auch hier funkte Corona dazwischen, so wurde die Aktion jetzt nachgeholt.

Unternehmer legt mit Hand an

Bauunternehmer Ernst Matzke hilft mit schwerer Technik beim Baumfällen und legt beim Sägen auch selbst mit Hand an. Der Radlader drückt den angesägten Baum mühelos in die korrekte Fallrichtung. Auch wird ein Baum gefällt, der innen schon mächtig hohl gewesen war, alte Stubben holt der Radlader ebenfalls noch aus der Erde.

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Am Zugang zur Kirche steht Christian Klingenschmidt auf einer Leiter und sägt Äste der Linden ab. So gesehen, schafft er hier schon Baufreiheit: Mit Hilfe von Geld aus dem europäischen Leader-Programm soll der Kirchhof gestaltet werden. Ein Rundgang ums Gotteshaus soll entstehen, mit Abzweigen zum Pfarrhaus und zum Dorf, der Zugang zur Kirche wird gepflastert. Infotafeln und Bänke werden aufgestellt.

Apsis vom Efeu befreit

Im Vorfeld wurde die Ruine der Apsis vom Efeu befreit, um feststellen zu können, welche Arbeiten hier nötig sind. Geplant ist, das lose Mauerwerk zu befestigen, den Rundbogen zuzumauern und die Mauerreste abzudecken. Die Ruine ist zugleich ein Mahnmal gegen den Krieg, ein Gedenkstein erinnert an die Opfer.

Auch der Kirchturm weist noch zahlreiche Narben vom Krieg auf, vor allem auf der Westseite, der Ort wurde von den Amerikanern von der anderen Elbseite aus beschossen. Diese Narben zu beseitigen, ist das Ziel eines Projektes, was demnächst anläuft. Auch hier fließt Leader-Geld. Fassade und Glockenstube werden saniert, der Turm bekommt Schallluken und die Glocke eine neue Aufhängung. Der amtliche Bescheid müsste demnächst ins Haus flattern.

Mit Harken und Wathosen Seeufer gesäubert

Am selben Tag hat auch der Förderverein der Feuerwehr zum Einsatz am See eingeladen. In die Wege geleitet hatte Vorsitzender Jan Seidel die Aktion beim Treffen aller Ehrenamtlichen mit dem Landtagsmitglied Wulf Gallert (Die Linke). Joachim Steinborn bat um die Hilfe der Aktiven, er selbst kann sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um seinen Naturlehrpfad kümmern. Geplant war der Einsatz ursprünglich am Fledermauspfad, doch waren die Gemeindearbeiter schneller gewesen.

So wichen die Helfer kurzfristig an den See aus, welcher zunehmend verkrautet. Bei der Mahd vor kurzem wurde zumeist nur die Fahrrinne vom Bewuchs befreit. Was zum Beispiel dem hier brütenden Eisvogel abträglich ist – er benötigt zum Fischfang auch am Ufer freie Sicht aufs Gewässer. Und auch die Badegäste freuen sich über einen sauberen Uferbereich.

Ausgerüstet mit Harken und Wathosen der Wehr machten sich Mitglieder des Fördervereins und weitere Helfer – wie der stellvertretende Bürgermeister Jens Meiering – ans Werk. Steinborns dankten den Freiwilligen mit einer finan­ziellen Anerkennung.