Havelberg l Wie geht es weiter mit der Grundschule? Diese Frage beschäftigt Stadtpolitiker und Stadtverwaltung in Havelberg bereits seit längerem. Als die Hoffnung bestand, mit Hilfe von Fördergeldern aus dem Stark-III-Programm eine Lösung zu finden, hatte die Stadt eine Planung für den Umbau der alten Sekundarschule beauftragt. Zuvor hatte der Stadtrat entschieden, den Neubauteil der Grundschule nicht weiter als Schulgebäude zu planen. Dafür gibt es vor allem den Grund, dass ein Gutachten das Gebäude als nicht sanierungsfähig eingestuft hat. Daran erinnerte SPD-Stadtrat Sven Hetke am Donnerstag bei einem Vororttermin in Grundschule und alter Sekundarschule.

Sicherheitsbedenken bestehen nicht

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Havelberger Stadtrat Jürgen Kerfien und der Vorsitzende des Ortsvereins der SPD Havelberg Lothar Frontzek begrüßten dazu den SPD-Landtagsabgeordneten Falko Grube, der Mitglied in den Ausschüssen für Bildung und Landesentwicklung ist, sowie Vertreter der Stadtverwaltung, Grundschulleiter Lothar Riemann und weitere SPD-Mitglieder.

Auch wenn es über Stark III keine Chance auf Fördergelder für den Umbau der Sekundarschule zur Grundschule gibt, wird das Vorhaben an sich als beste Lösung weiterhin favorisiert. Denn für die jetzige Grundschule gibt es neben den nicht zu behebenden baulichen Mängeln auch das Platzpro­blem. Der Schulleiter hat erst vor kurzem wieder Bürgermeister, Fraktionsvorsitzende und den Stadtratsvorsitzenden darauf hingewiesen, dass die Risse im Gebäude größer werden und dass es der Schule an Funktionalität fehlt.

Förderung erforderlich

Kämmerin und Bauamtsleiterin Petra Jonschkowski wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass keine Sicherheitsbedenken aufgrund der Risse bestehen. Das hatte der Gutachter bestätigt. Dennoch ist auch die Stadtverwaltung daran interessiert, Förderprogramme zu finden, mit denen es möglich ist, die Sekundarschule zur Grundschule umzubauen.

Hoffnung macht den Havelbergern die Ankündigung zum kommunalen Fördergesetz, das möglicherweise neue Fördermöglichkeiten für finanzschwache Kommunen mit sich bringt. „Vielleicht können wir da einen Fuß in die Tür bekommen und sogar auf eine Kofinanzierung durch das Land hoffen“, sagte Sven Hetke. Was genau dieses Gesetz mit sich bringt, ist bislang noch nicht bekannt. Falko Grube kennt aber jetzt zumindest die Grundschulproblematik in der Hansestadt und konnte sich beim Rundgang durch alle Gebäudeteile, die miteinander verbunden sind, von den Vor- und Nachteilen überzeugen.

Das massive und stadtbildprägende Gebäude am Weinberg neben dem früheren Gymnasium stammt aus dem Jahr 1954, es beherbergte zunächst die Berufsschule. Später war dort die Sekundarschule ansässig. 1974 kam der Anbau hinzu, der jetzt Teil der Grundschule ist. 1989 wurde mit dem neuen Anbau begonnen, in den dann 1992 die Grundschule eingezogen ist.

Beste Voraussetzungen

Einig sind sich alle am Treffen Beteiligten, dass die frühere Sekundarschule mit ihren alten Anbauten beste Voraussetzungen für die Grundschule bieten würde. Zudem würde sich das Gebäude gut in den vorhandenen Schulkomplex mit benachbarter Sekundarschule, dem Gymnasium, dem Sportplatz und der Sporthalle einfügen. Auch die Förderschule befindet sich ganz in der Nähe. Nicht weit ist es zudem bis zum Schwimmbad.

Als Lothar Riemann mit dem Gast aus Magdeburg auf der Fluchttreppe der jetzigen Grundschule stand, zeigte er ihm das Areal, zu dem auch der Spielplatz gehört: „Dieser Schulstandort hat Komplexcharakter. Dafür werden wir von manchen beneidet.“ Freuen würde er sich, wenn Havelberg endlich auch eine schöne Grundschule mit ausreichend Platz für alle Aktivitäten bekäme. Dazu gehört auch der Wunsch nach einer eigenen Aula, wofür sich die alte Turnhalle prima eignen würde.