Havelberg/Berlin l Fünf Mehrfamilienhäuser der Havelberger Wohnbau GmbH sind am Freitag in Berlin bei einer öffentlichen Auktion der Karhausen AG versteigert worden. Drei Wohnblöcke im Franz-Mehring-Viertel wurden für 1,005 Millionen Euro an eine Berliner Consulting-Firma versteigert. Für die beiden Wohnhäuser in Müggenbusch zahlte ein Hamburger Immobilienunternehmer 385.000 Euro. Hinzu kommen für die Käufer noch 7,14 Prozent Courtage, fünf Prozent Grunderwerbssteuer und die Notarkosten.

Sebastian Horn saß in der vorletzten Stuhlreihe. Der Geschäftsführer der Wohnbau verfolgte in der geräumigen Aula der Hertie School of Governance an der Berliner Friedrichstraße, wie beliebt die Wohnimmobilien sind, deren Versteigerung politisch umstritten ist. Am Freitag spülte der Verkauf rund 1,4 Millionen Euro in die Kasse – das Grundstück in Nitzow erbrachte 18.000 Euro beim Mindestgebot von 5000 Euro. Kommentieren wollte er das Ergebnis nicht.

Zuerst wurden die Häuser in Müggenbusch aufgerufen. Schon beim Mindestgebot von 299.000 Euro lagen drei schriftliche Gebote vor. Aber dabei blieb es nicht. Zuerst in 10 000-Euro-Schritten, später in 5000-Euro-Schritten trieben vor allem Bieter im Saal den Preis in die Höhe. Bei 385.000 Euro ließ Auktionator Thomas Knake den Hammer „zum Dritten“ auf das Pult knallen. Den Zuschlag erhielt ein Mann aus Hamburg. Er habe die Häuser vorher gesehen, wolle sie renovieren und im Bestand halten. Seit rund 30 Jahren beschäftige er sich mit Immobilien und er habe bundesweit Grundstücke und Häuser. Er hätte danach gern auch noch die drei Wohnblöcke im Franz-Mehring-Viertel erstanden und dafür eine Million Euro bezahlt. Hier aber wurde er von Jürgen Form überboten, der für seine „Form Consulting“-Firma aus Berlin 5000 Euro mehr bot.

Das Interesse war groß. Vor einigen Tage hatte das Auktionshaus mitgeteilt, dass die Blöcke nur gemeinsam versteigert werden. Trotzdem hatten sich im Vorfeld sieben Interessenten gemeldet, die das Mindestgebot von 620.000 Euro bezahlen wollten. Bei der Versteigerung trieben dann zwei Telefonbieter und vier Bieter im Saal den Kaufpreis schließlich über die Millionengrenze. Wie Jürgen Form sagte, habe er in Havelberg bereits Häuser neben der Bundeswehrkaserne. „Ich denke, wir sind nicht als schlechter Vermieter bekannt.“ Die neu erworbenen Häuser sollen erhalten und saniert werden. Wie hoch er beim Kaufpreis noch gegangen wäre? „Die Schmerzgrenze hat nicht so weit weg gelegen.“