Havelberg l  „Die Havel von Brandenburg bis Havelberg“ informiert mit Texten, Fundstücken aus alten Zeiten und weiteren Objekten über die Geschichte des Lebens am Fluss. Steinzeiten, Bronzezeit bis Römische Kaiserzeit, Völkerwanderungszeit bis Mittelalter, Preußische Kolonisation, Sakralbauten, Fischerei, Hochwasser, Schifffahrt und Schiffbau, Ziegeleien, Industrie sowie Flora, Fauna, Fisch und Vogel sind die elf Themen überschrieben, die den Inhalt der neuen Ausstellung bestimmen. Nachdem sie in Rathenow und Brandenburg präsentiert wurde, ist sie nun bis zum 10. Januar im Havelberger Prignitz-Museum zu sehen.

Es ist ein Gemeinschaftswerk des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg, des Kulturzentrums Rathenow, des Prignitz-Museums Havelberg und der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg LGB. Nur zwei Wochen nach Ende der Bundesgartenschau, die von Dom zu Dom am blauen Band der Havel gut eine Million Menschen in die Region lockte, zeigt sich die Havel auch hier als verbindendes Element für das Leben am Fluss.

Der Leiter der Museen des Landkreises Stendal, Frank Hoche, begrüßte die zahlreichen Besucher und dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Dazu gehören die damaligen Auszubildenden des dritten Lehrjahres für den Beruf des Geomatikers der LGB. Ihnen oblag die grafische Umsetzung der Ausstellungsthemen auf großen übersichtlichen Tafeln in Texten und Bildern. Für die Inhalte zeichnen die Museen verantwortlich.

Bilder

Sie haben auch die Objekte bereitgestellt. Darunter solche historischen Schätze wie eine rund 3000 Jahre alte Gürteldose und Gürtelkette, die bei Baggerarbeiten in der Havel bei Jederitz gefunden wurden. Für Museologin Antje Reichel ein Zeichen dafür, dass an Flussmündungen Opfergaben üblich waren.

Ihr dankte Frank Hoche besonders. In den zwei Wochen seit Beendigung der Bundesgartenschau hat sie es mit dem Team des Museums geschafft, die Ausstellung zur Siedlungsgeschichte, die sich bisher im Westflügel des ehemaligen Klosters am Dom befand, auszuräumen, die neue Schau von Brandenburg nach Havelberg zu holen, alles aufzubauen und die Vitrinen zu bestücken. Der Museumschef nutzte in diesem Zusammenhang zudem die Gelegenheit, dem gesamten Museumsteam, inklusive der zeitweise übers Jobcenter Beschäftigten, Danke für die gute Arbeit in 177 Buga-Tagen zu sagen.

Das Grußwort zur neuen Ausstellung kam von Jörg Spanier, Präsident des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt. Eine Einführung gab‘s vom Präsidenten des Brandenburgischen LGB Christian Killiches. Die Ausstellung verdeutlicht, was der Fluss für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen bedeutet. Wer es nicht schafft, alles auf den Tafeln beim Museumsbesuch zu lesen, kann sich den Begleitband mit nach Hause nehmen und in Ruhe alles nachlesen. Oder auch gern wiederkommen und am besten gleich noch andere Besucher mitbringen, wünschten beide der Schau einen großen Erfolg.