Havelberg l Das Haus der Flüsse ist mit seinen multimedialen Stationen bereits auf einem modernen Stand der Ausstellungstechnik. Vor fünf Jahren anlässlich der Bundesgartenschau von der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe am Havelufer in Havelberg eingeweiht, erfreut es sich stets vieler kleiner und großer Besucher, die sich über die Tier- und Pflanzenwelt an Elbe und Havel und das Schutzgebiet Natura 2000 informieren möchten. Jetzt gibt es noch viel mehr Wissenswertes. Eine Ausstellungs-App lädt zu einer digitalen Führung ein, berichtet Philipp Ritzmann, Fachbereichsleiter Nord in der Biosphärenreservatsverwaltung.

Intensiv damit befasst hat sich Max Guhlmann. Der 18-Jährige aus Halle absolviert seit September sein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Flüssehaus. „Auf der App sind alle Informationen zu den Stationen zu finden und darüber hinaus noch weitere Inhalte“, sagt er. Zum Beispiel in Form eines Videos oder Interviews zu einem bestimmten Thema.

Der Besucher kann zwischen einer Highlight-Tour und einer Hochwasser-Tour wählen und, von Station zu Station gehend, Wissenswertes abrufen. Das geschieht entweder mit einem vom Info-Zentrum bereitgestellten Tablet oder mit dem eigenen Handy. Ein offenes Wlan für die kostenlose Internetnutzung ist in Vorbereitung. Die Sprachen sind Deutsch und Englisch.

Für Kinder ist eine spezielle Tour durch die Ausstellung im Angebot. Sie können sich bei ihrem Rundgang auf die Suche nach QR-Codes begeben. Haben sie einen gefunden, erhalten sie dafür virtuell einen Biber. Am Ende wartet eine kleine Überraschung auf sie.

Verstärkung des Teams geplant

Max Guhlmann ist fasziniert von den Angeboten der Ausstellung. Zu den 27 Stationen im Haus der Flüsse gehören zum Beispiel ein Auenmodell, ein begehbarer Fluss, eine Insektenlupe, ein Nachtgang, ein Vogelzug und eine Flussreise. Was auf den ersten Blick wie ein Kinderspiel anmutet, hält jede Menge Informationen bereit. Ob Kinder oder Erwachsene, sie sind gleichermaßen begeistert. Gerade jetzt in den Ferien ist das Interesse wieder besonders groß.

„Bevor ich hier angefangen habe zu arbeiten, wusste ich nichts zu Natura 2000. Hier habe ich viel dazu erfahren.“ Das Haus der Flüsse trägt den Namen Natura 2000 Informationszentrum. Das Gebiet an Havel und Elbe gehört zu dem europäischen Schutzgebietsprogramm. Dieses hat den länderübergreifenden Schutz gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume zum Ziel und soll langfristig die biologische Vielfalt sichern. Das Haus der Flüsse trägt seinen Teil zur Information der Menschen, die in den Schutzgebieten leben und arbeiten, bei. „Damit erfüllen wir unseren Auftrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung als wichtige Voraussetzung der Unesco-Anerkennung des Biosphärenreservates Mittelelbe. Diese Aufgabe werden wir im kommenden Jahr durch eine Verstärkung unseres Teams mit noch besseren und interessanten Angeboten abdecken“, kündigt Philipp Ritzmann an.

Zu lernen, wie man ökologischer leben kann, sei schon sinnvoll, findet Max Guhlmann. Denn Naturschutz komme noch oft zu kurz. Er hat seine Entscheidung, gleich nach dem Abitur ein FÖJ zu absolvieren, nicht bereut. Im Internet hatte er die Stelle beim Biosphärenreservat gefunden und sich beworben. Es gibt noch eine junge Frau, die in der Station Ferchels ihr FÖJ angetreten hat. Beide sind öfter gemeinsam mit den anderen Mitarbeitern des Bereiches Nord, zu dem auch Arneburg gehört, tätig. Etwa, wenn es um die Rangerarbeit geht.

Stolz berichtet Max Guhlmann, dass er auch schon seine erste Führung durchs Flüssehaus geleitet hat. „Die Arbeit hier ist sehr vielfältig und macht Spaß.“ Er kann sich vorstellen, nach dem freiwilligen Jahr ein Studium im Bereich Biologie oder Naturschutz aufzunehmen.