Havelberg l „Der lange Weg...“ lautete das Thema, zu dem Hobby- und Naturfotografen bis Dezember 2019 aufgerufen waren, Fotos zu Zugvögeln zu schicken. Der Wettbewerb war die Idee des Hauses der Flüsse. Das Informationszentrum Natura 2000 in Havelberg gehört zum Biosphärenreservat Mittelelbe. Dementsprechend kamen Fotos aus ganz Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.

„Die Resonanz auf unseren ersten Natur-Fotowettbewerb war für uns überraschend. Wir sind sehr erfreut über die zahlreichen eingesendeten Fotos und möchten uns bei allen Hobby- und Naturfotografen, die sich dem Wettstreit gestellt haben, bedanken. Unsere fünfköpfige Jury hatte keine einfache Wahl zu treffen“, berichtet Tobias Ernst, der im Bereich Nord des Biosphärenreservates in Ferchels seine Dienststelle hat.

Gewonnen haben die Brachvögel von Wolfram Riech aus Halle. „Brachvögel überwintern regelmäßig an einer Kiesgrube in der Nähe von Halle. Meist fliegen sie am Abend von den umliegenden Wiesen in das flache Wasser, um dort von Prädatoren ungestört zu übernachten. Vorher wird sich noch ausgiebig geputzt. Viele Stunden saß ich ohne Erfolg im Tarnzelt an der Kiesgrube, meist waren die Brachvögel zu weit weg oder die Sonne schon untergegangen. Aber irgendwann hat es dann doch geklappt und ich konnte einige Bilder von den badenden Brachvögeln machen“, berichtet der IT Anwendungsbetreuer, der schon als Kind oft in der Natur unterwegs war, zu seinem Siegerfoto.

Bilder

„Von der Liebe zur Natur bin ich vor Jahren zur Naturfotografie gekommen. ,Naturfotografie ist ein Weg zu zeigen, was man fühlt, über das was man sieht.‘ Dieses Zitat von Ansel Adams ist für mich zum Wegweiser geworden“, sagt der Zweitplatzierte Hans-Dieter Koch. „Dunkler Wasserläufer“ ist das Foto des Landschaftsgärtners. Den dritten Platz sicherte sich Henning Dittmer mit den „Saatgänsen“. „Mein Anliegen ist es, mit Hilfe der Fotografie für die Schönheit und Zerbrechlichkeit der ,Wildnis vor der Haustür‘ zu werben. Dabei kommt es mir nicht darauf an, spektakuläre Naturschauspiele und besonders seltene Arten abzulichten, sondern vielmehr möchte ich zeigen, welche vielfältigen und interessanten Stimmungen und Verhaltensweisen das Leben in unserer Kulturlandschaft für uns alle bereit hält, auch wenn es oft im Kleinen und Verborgenen stattfindet. Deshalb fotografiere ich vor allem die heimische Natur zwischen Harz und Altmark“, sagt der Bio- und Chemielehrer aus Oschersleben.

Preise

Preise für die Gewinner wurden von den Partnern des Biosphärenreservates gespendet. Im Präsentkorb sind Produkte der Konditorei Stehwien aus Tangermünde, Schulzens Gastlichkeit aus Tangermünde, Bio Edel Pilze aus Heeren, Fleischerei Wohlfahrt aus Seehausen, vom Hof Kallmeter aus Geestgottberg und von der Deichimkerei Spillner aus Beuster. „Dafür bedanken wir uns sehr herzlich“, so Tobias Ernst.

Schwalben, Kraniche, Singschwäne, Kiebitze sind auf den weiteren Fotos zu sehen. Der Havelberger Henry Sternbeck ist mit zwei Fotos zum Grauen Kranich in der Ausstellung vertreten, die bis zum 29. Februar im Multimediaraum des Hauses der Flüsse zu sehen ist. Der Eintritt zum Haus ist frei. „Schon als Jugendlicher war ich mit dem Fotoapparat unterwegs. In den letzten vier Jahren habe ich mich verstärkt der Natur- und Landschaftsfotografie gewidmet und bin regelmäßig je nach Wetterlage unterwegs“, erzählt Henry Sternbeck. Aus Warnau hat sich Karin Gubler am Wettbewerb beteiligt.

Für 2021 ist ein zweiter Fotowettbewerb vorgesehen, für den der Aufruf demnächst erfolgen soll. Weitere Ausstellungen sind für dieses Jahr im Haus der Flüsse geplant. Zum Beispiel zu einem Malwettbewerb für Kinder mit Blick auf ein Kinderfest im Sommer.