Havelberg l „Ich möchte so verständlich wie möglich schreiben und so erkennbar wie möglich malen“, sagt Elfi Fitz. Die Künstlerin aus Mellen in der Prignitz (Jahrgang 1943) stellt nach 2003 zum zweiten Mal eine Auswahl ihrer Ölbilder im Havelberger Rathaus aus. Zur Ausstellungseröffnung am Sonnabend, die musikalisch von der Sechstklässlerin Emma Maß aus Kuhlhausen begleitet wurde, gab sie zudem eine Kostprobe aus ihrem Buch „Die einfachen Dinge, von denen ich lebe – 99 Gedichte im Jahreslauf“.

Dieses Buch war es, das die gebürtige Litauerin, die im Zschopautal aufgewachsen ist, zu einer Ausstellung nach Havelberg brachte. Christine Foege, die sich im Verein „Kunst im Rathaus“ um die Ausstellungen kümmert und zudem in der Buchstation des Kulturprojektes Stadtinsel aktiv ist, hatte es in der Buchstation entdeckt. In den vergangenen zwei Jahren hatte sie einige Krisen überstehen müssen – in den Gedichten von Elfi Fitz fand sie ihre Gefühle wiedergegeben. Sie nahm Kontakt zu der Prignitzerin auf und die Ausstellung wurde vorbereitet.

„Schreiben ist für mich die beste Selbsthilfe und mit der Malerei organisiere ich mir Glück“, nennt Elfi Fitz die Gründe für ihre künstlerische Arbeit. Die Kindergärtnerin, die bis 1986 in Karstädt arbeitete und dann die Spezialschule Malerei der Bezirkskulturakademie absolvierte, freut sich, wenn sie anderen mit ihren farbenfrohen und Frieden, Glück und Ruhe ausstrahlenden Bildern Freude bereiten kann. Zu Hause in Mellen heißt sie Besucher gern in ihrer „Galerie im Stall“ willkommen.

Bilder erzählen Geschichten

„Jedes Bild erzählt eine Geschichte“, sagt die Künstlerin, und: „Ich kann nur um mich herum malen.“ Dass das lohnenswerte Eindrücke sind, spiegelt sich in den Bildern wider. Vor allem sind es Bäume, Wege, Felder, Landschaften und ganz viele Blumen, die sie malt. Die Prignitz, die sie mit ihrem Mann und den Kindern 1978 als neuen Wohnort ausgewählt hat, bietet ihr ausreichend Motive dafür. Aus dem damals schmutzigen Leipzig, wo ihre Tochter an Bronchitis litt, kam ihr der Wechsel ins Grüne der Prignitz wie ein Umzug ins Paradies vor. „Es ist so friedvoll, hier verbringe ich meine beste Zeit.“

Mit dem Rambower Moor hat sie eine Landschaft direkt vor der Haustür, das ihr immer wieder Impulse für neue Bilder gibt. So sind auch wilde Pferde zu entdecken. Doch malt sie auch mal Bilder etwa von Urlauben an der Ostsee. Ein Bild in der Ausstellung zeigt „meine Kindheitsheimat mit dem Zschopauer Wehr“.

Sehr schön auch ihre „Kannenbilder“. „Immer wenn ich zum Verschenken einen Strauß mit Blumen aus meinem Garten pflücke, stecke ich ihn in eine Kanne“, erklärt sie den Begriff. Denn die Kanne ist auf den Bildern nicht zu sehen. Sie malt immer, wenn sie Zeit hat. „Dann bildet sich ein Kokon aus Glück um mich herum.“

Die Prignitzerin lässt die Besucher teilhaben an ihrem Glück und zeigt auch ihre Lieblingsbilder. So hat sie aus ihrem Schlafzimmer auch die Bilder mit nach Havelberg gebracht, die ihre Enkelin Sophie zeigen.

Wer die Bilder sehen möchte, hat dazu zu den Öffnungszeiten des Rathauses die Gelegenheit: dienstags von 9 bis 12 sowie 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 und 13 bis 15 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr.