Sandau/Arneburg l Nur noch zwei Tage ist die Fähre Sandau in Betrieb. Dann geht sie in eine längere Zwangspause. Diese wird mindestens vier Monate dauern. Geplant ist sie vom 3. Februar bis zum 31. Mai, wie Sandaus Bürgermeister Henry Wagner berichtet. Grund sind die Arbeiten zum Bau der Deichscharte auf der Fährstraße. Der Baubetrieb will am Montag wie geplant loslegen. Der Deich wurde in diesem Bereich bereits erhöht und auf DIN-Norm gebracht. Eine Ersatzvariante für eine Zufahrt zur Fähre ließ sich wie berichtet nicht umsetzen. Der Aufwand wäre dafür zu groß gewesen.

Die Straßenmeisterei will die Zeit in dieser Bauphase nutzen, um das Deckwerk der Fährzufahrt auf der Landesstraße L9 zu erneuern, informiert der Bürgermeister weiter. Außerdem soll der Durchlauf erneuert werden.

Die turnusgemäß für das kommende Jahr erforderliche Landrevision der Fähre im Zuge dieser Bauarbeiten mit zu erledigen, ist nicht zu schaffen. Dafür ist eine europaweite Ausschreibung erforderlich, erklärt Henry Wagner. Die Revision soll aber während der Sanierung der Ortsdurchfahrt der B 107 erfolgen, die im Anschluss an die Deichbauarbeiten folgen und planmäßig bis zum Pferdemarkt in Havelberg abgeschlossen sein soll. Vom Ministerium gibt es die Zusage, dass die Landrevision in diesem Jahr vorgezogen werden kann. Ansonsten müsste die Fähre nächstes Jahr wieder außer Betrieb genommen werden.

Zu den Bauarbeiten auf der Ortsdurchfahrt wird es eine Einwohnerversammlung geben, kündigte der Bürgermeister an. Dann gibt es Informationen, was die Bürger erwartet. Zum Beispiel, wie Versorgungsfahrzeuge die Bereiche erreichen und wo die Entleerung der Mülltonnen erfolgt.

Für die Fährmänner ist während der Zeit, in der die Fähre außer Betrieb ist, geplant, dass sie zunächst alten Urlaub nehmen und Überstunden abbauen. Dann arbeiten sie beim Stadtarbeiter mit. Der Lehrling kann seine Ausbildung auf der Fähre Räbel fortsetzen. Eine entsprechende Vereinbarung hat die Stadt Sandau mit der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck geschlossen, berichtet der Bürgermeister auf Nachfrage.

Arneburg springt ein und testet Bedarf

Wer in den nächsten Monaten über die Elbe setzen will, kann nördlich von Sandau die Fähre Räbel nutzen, die nach Havelberg übersetzt. Sie passt ihre Fährzeiten ab Montag an und setzt montags bis freitags von 5.30 bis 20 Uhr über die Elbe, an Wochenenden und Feiertagen von 7 bis 20 Uhr. Südlich soll ab Anfang der nächsten Woche die Fähre Arneburg zur Verfügung stehen. „Es sieht im Moment so aus, dass wir die Fähre am Montag einsetzen können“, sagt Arneburgs Bürgermeister Lothar Riedinger am Donnerstag. Beginnt die Fähre normalerweise erst im Frühjahr ihre Saison, startet sie nun aufgrund der Bauarbeiten in Sandau eher. Sollte alles so klappen wie geplant, kann die Fähre am Dienstag, vielleicht schon am Montagnachmittag Passagiere und Fahrzeuge übersetzen. Zum Einsetzen des Wassergefährtes wird die Unterstützung vom Wasser- und Schifffahrtsamt benötigt. Sie bugsiert die Fähre von ihrem Winterhafen in Arneburg zum Fähranleger, der auf der ostelbischen Seite am Elbufer nahe Neuermark-Lübars liegt.

Wie die Fährzeiten sein werden, will der Bürgermeister mitteilen, wenn die Fähre startklar ist. Er hofft, dass viele Leute dieses zusätzliche Angebot nutzen. Sollte sich der Einsatz nicht lohnen, könnte es sein, dass der Fährbetrieb vor der eigentlichen Saison noch einmal eingestellt wird.