Wust l Schon mal einen Vorgeschmack auf den neuen, sich gerade in Arbeit befindlichen sechsten Band des Buches „Das Wissen der Region“ gab es jetzt in der kleinen Bücherei im Wuster Nebengebäude des Herrenhauses. Im Bürgermeister-Vorraum, wo einst die Ratssitzungen stattgefunden haben, ist nun ein gemütlich Leseraum eingerichtet.

Hier nahmen unlängst Heimatinteressierte Platz, um aus den Manuskripten zu hören. Bärbel Conrad, die seit dem vierten Band mit „Geschichte und Geschichten über das Elbe-Havel-Land“ Lektorin ist und zusammen mit Wolfgang Haacker als Projektbeauftragtem des herausgebenden Kulturfördervereins Östliche Altmark die Erinnerungen der hier lebenden Menschen zusammenträgt, las vor. Und zwar das, was der inzwischen verstorbene Erbauer des Fernsehturms Dequede bei Kläden zu berichten hatte. Spannend zu hören unter anderem, dass es der zweite Fernsehturm weltweit war, der von 1956 bis 1959 errichtet worden ist. Heute steht er ohne Funktion da.

Zum Team des nun Osterburg-Buches gehören neben Wolfgang Haacker und der Sydowerin Bärbel Conrad, die inzwischen in Tangermünde lebt, wie schon seit 2015 auch Hartwin Ebel aus Sydow, der die Bilder beisteuert. Und Marianne Lindner schreibt die Texte über Historisches und Aktuelles ab. Nach dem Elbe-Havel-Land mit 70 Beiträgen war noch ein zweiter Band zu Arneburg entstanden, 2005 kam Band 1 auf den Markt. Das Anliegen: „Sammelt, damit es nicht verlorengeht!“

Auch zumeist amüsante „Skizzen aus dem Tierarztleben“ hörten die Gäste in Wust bei Kaffee und Gebäck.

Wer Bücher spenden will, kann sich melden

Organisiert hatten die Lesung die beiden Wusterinnen Sigrid Reumann und Ingetraut Ratzmann, beide einst Lehrerinnen. Schon vor einem Jahr haben sie die Bücherei eingerichtet. „Es war doch schade um die Bücher, die in der Bibliothek der Wuster Grundschule nach der Schließung ungenutzt in den Regalen standen. Und weil wir den Kindern aus Wust und Umgebung etwas anbieten wollten, haben wir alles rübergeräumt“, berichtet Sigrid Reumann, die auch lange Schulleiterin in Wust war.

Donnerstags und freitags von 13 bis 14.30 Uhr sichern die beiden Frauen die Öffnungszeiten ab. Kinder kommen, um sich neuen Lesestoff zu holen oder sich auch an den Tisch zu setzen und vor Ort in Büchern zu stöbern. Es gibt sogar Punkte für jedes gelesene Buch – ein kleiner Ansporn für die Mädchen und Jungen. „Wie wichtig das Lesen ist, sehen wir ja anhand der neuesten Pisa-Studie und wie schlecht Deutschland dasteht. Und es ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.“

Und jetzt erweitert die Bibliothek ihr Angebot: Auch Erwachsene können sich mit neuem Lesestoff versorgen: „Stell hin – nimm mit“ heißt es an einem großen Regal. Man kann also Interessantes mitnehmen, zurückbringen und gern auch Ausgelesenes von Zuhause mitbringen.

„Und wer Bücher hat, die geeignet sind, kann sich auch gern bei uns melden. Unmengen können wir nicht annehmen, aber wir haben noch gut Platz für Romane, Krimis und alles, was man so gern liest.“ Sigrid Reumann sagt, dass ab sofort auch Erwachsene zu den Öffnungszeiten willkommen sind, auch zur Bürgermeister-Sprechstunde kann man etwas hinstellen oder mitnehmen.