Gastronomie

Burger und Wraps mit Zutaten aus dem eigenen Permakulturgarten

In Kamern bietet jetzt ein Foodtruck auf einem alten Bauernhof tex-mex-Spezialitäten an. Verarbeitet werden soll hier künftig zudem Gemüse aus dem eigenen Permakulturgarten.

Von Ingo Freihorst
Dustin Kolb  bereitet in seinem Foodtruck texanische und mexikanische Spezialitäten zu; Hannah und Marla schmeckt’s.
Dustin Kolb bereitet in seinem Foodtruck texanische und mexikanische Spezialitäten zu; Hannah und Marla schmeckt’s. Foto: Ingo Freihorst

Kamern - Seit kurzem gibt es in der Seegemeinde Kamern ein weiteres gastronomisches Angebot: Auf dem Hof in der Dorfstraße 14 werden in einem Imbisswagen amerikanisch-mexikanische Speisen zum Mitnehmen angeboten. „Texiko“ benannte Betreiber Dustin Kolb seinen Foodtruck auf dem Permakulturhof: Fritten, Burger, Burritos und Wraps werden von ihm zubereitet. Vorerst von Donnerstag bis Sonnabend, später auch am Sonntag. Der Koch stammt aus Köln, wo er im bekannten Kult-Imbiss „Fette Kuh“ gearbeitet hatte, zuletzt war er im Kiosk am Kamernschen See tätig.

„Das Geschäft läuft ganz gut, die Leute lechzen nach den ganzen Lockdowns nach Entertainment“, erklärt der Koch. Manche der Zutaten werden später auch aus eigenem Anbau kommen, künftig ist hier zudem ein Hofladen geplant. Womöglich wird auch noch ein (Floh)Markt etabliert, welcher etwa alle zwei Wochen stattfinden könnte.

Permakultur ahmt Naturkreisläufe nach

Um den entstehenden Permakulturgarten auf dem weitläufigen Anwesen kümmert sich Felix Breitmeier. Das Permakulturkonzept, was natürliche Ökosysteme und Kreisläufe nachahmt, wurde in den 1970er Jahren in Australien entwickelt. Artenvielfalt wird hierbei groß geschrieben, was die Pflanzen widerstandsfähiger machen soll.

Durchs Mulchen wird der Boden weniger ausgelaugt, Nährstoffe bleiben länger erhalten. Ein Schleppdach wurde mit alten Fenstern versehen und zum Gewächshaus umfunktioniert. Hier gedeihen neben Salaten und Tomaten auch Auberginen. Eine Kiste Bio-Salat wurde bereits geerntet. Wichtig sind dem Gärtner Mischkulturen: Wie die südamerikanische, wo sich Bohnen am Mais hochrankeln und Kürbisse den Boden bedecken. Auch Zwiebeln, Erdbeeren und Möhren vertragen sich. Eine seltene aber delikate Kartoffelsorte hat er auch angepflanzt: Bamberger Hörnchen. Daneben wachsen Blumen-, Rot- und Spitzkohl.

Sonnefalle speichert deren Wärme

In U-Form aufgeschichtete und nach Süden offene Steine umrahmen ein weiteres Beet: „Eine Sonnenfalle“, informiert der Permakultur-Gärtner. Die Ziegel speichern die Wärme und strahlen diese nachts an die Pflanzen ab. Auch Teiche mit Fröschen dürfen hier nicht fehlen.

Da er Wert auf Ganzheitlichkeit legt, lässt er die Beete auch auf natürliche Weise vorbereiten: Von Hühnern in einem mobilen „Hühner-Traktor“. Sie scharren und picken den Boden frei. Das Federvieh stammt aus industriellen Anlagen und kann hier in Kamern endlich wieder ganz natürlich leben – also auch mit Hahn.

Felix Breitmeier betreibt in Kamern den Permakulturgarten. Die Hühner bereiten ihm in ihrem mobilen Hühnertraktor die einzelnen Beete vor, indem sie das Grün wegpicken.
Felix Breitmeier betreibt in Kamern den Permakulturgarten. Die Hühner bereiten ihm in ihrem mobilen Hühnertraktor die einzelnen Beete vor, indem sie das Grün wegpicken.
Foto: Ingo Freihorst