Sandau l Einrichtungsleiterin Cerstin Franke erklärt, wie es zum Corona-Ausbruch kommen konnte: „Eine Infektion ist ja nicht sofort zu erkennen, ein Erkrankter hat vielleicht auch gar keine Symptome und während der Inkubationszeit lauert die Gefahr der unbemerkten Übertragung.“ In der Pflegeeinrichtung waren diverse Vorkehrungen getroffen worden: „Unmittelbar nachdem die Möglichkeit der Schnelltestungen bestand, wurden diese Tests in großen Mengen von der Geschäftsstelle der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius organisiert und standen uns Anfang Dezember zur Verfügung. Seit diesem Tag werden alle Besucher, Therapeuten und andere Personen, die das Haus betreten wollen, sowie Bewohner mit den geringsten Symptomen getestet.“ Das Virus wurde aber vermutlich schon zwei Tage vor dem Start der Tests unwissentlich ins Haus getragen. So nahm die Infektionskette ihren Lauf. Nach Bekanntwerden wurde der betroffene Bereich weitestgehend isoliert. Nur diensthabendes Personal hat Zutritt. „Dennoch sind zu unserem Bedauern zwei schwer vorerkrankte Bewohner mit Corona verstorben.“ Cerstin Franke berichtet, dass es den anderen erkrankten Senioren den Umständen entsprechend gut geht und sie bisher glücklicherweise keine schweren Symptome haben.

Die ersten genesenen Mitarbeiter kommen aus der häuslichen Quarantäne zurück und sind wieder einsatzbereit – „das macht ein wenig Hoffnung, dass sich die Bedingungen wieder normalisieren. Dennoch bleibt die Situation äußerst schwierig, jeden Tag stellen wir uns neuen Herausforderungen.“

Schnelltest vor Dienstbeginn

Schutzkleidung, medizinischer Mundschutz und FFP-2-Masken stünden Dank der Bemühungen des Trägers jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung. „Trotzdem sei es“, so Cerstin Franke, „in der Pflege nicht möglich, dauerhaft den notwendigen Abstand zu halten oder bei länger andauernden Pflegemaßnahmen das Zimmer zu lüften. Das Personal führt keine gemeinsamen Pausen mehr durch, um die Ansteckungsgefahr untereinander zu verringern. Alle Mitarbeitenden unterziehen sich vor jedem Dienstbeginn in Sandau einem Schnelltest. Das bedeutet einen enormen Zeitaufwand, der aber aus Vorsicht in Kauf genommen wird.“

Die Einrichtungsleiterin weiß auch um die psychosoziale Belastung: „Alle Mitarbeitenden sind besorgt um sich und ihre Angehörigen zuhause, stellen sich aber dieser Aufgabe. Wohnbereichsübergreifende Dienste können nicht mehr stattfinden. Deshalb stellt die Dienstplangestaltung eine große Herausforderung dar, da fast täglich Mitarbeitende ausfallen. Dennoch sind alle bemüht, den Bewohnern trotz der Umstände eine schöne Zeit gerade jetzt zu Weihnachten zu bereiten. „Wir sind guter Hoffnung und tun unser Möglichstes, unsere Einrichtung wieder coronafrei zu haben.“