Havelberg l Mit Dienstschluss am Mittwochnachmittag hat ein Großteil der Soldaten und zivilen Mitarbeiter die Elb-Havel-Kaserne in Havelberg für unbestimmte Zeit verlassen. Denn die Zahl der vor Ort Diensthabenden soll in der Corona-Krise auf ein Minimum reduziert werden. „Wir sind mit allen Dienststellen in der Kaserne genauso von der Situation betroffen wie die Bevölkerung. Mit allen Herausforderungen des täglichen Lebens, wie sie zum Beispiel auch durch geschlossene Kindergärten und Schulen zu meistern sind“, sagt der Kommandeur des Panzerpionierbataillons 803 Havelberg, Oberstleutnant Ralph Peter. Für Soldaten und Mitarbeiter, die ihre Kinder selbst betreuen müssen, gibt es Regelungen wie den Abbau von Überstunden oder die Möglichkeit des Sonderurlaubes.

Generell geht es jetzt vor allem um den Dreiklang, die Einsatzbereitschaft zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Damit die Bundeswehr, wenn erforderlich, Amtshilfe für den Staat leisten kann. „Am Ende sind wir Dienstleister für die Bevölkerung und dafür wollen wir handlungsfähig bleiben“, erklärt der Kommandeur. Schon in den vergangenen Tagen wurde genau geprüft, welche Ausbildungen und Übungen tatsächlich erforderlich sind und alle Maßnahmen auf das erforderliche Maß beschnitten. Eine geplante Simultanübung in Dresden für die Pioniere in dieser Woche wurde abgesagt.

Aufwachsen jederzeit möglich

Für die Elb-Havel-Kaserne gelten die selben Empfehlungen und Regelungen des Robert-Koch-Intstitutes, der Bundes- und der Landesregierung. Dazu gehört neben der Händehygiene und Abstand halten zueinander vor allem die Minimierung der sozialen Kontakte. „Wir reduzieren deshalb die Vorortpräsenz, können aber jederzeit auf Anfragen reagieren und wieder aufwachsen“, erklärt der Oberstleutnant. Schichtbetrieb und mobiles Arbeiten sind Stichworte. Zahlen, wie viele Soldaten und zivile Kräfte in der mit normal rund 1000 Soldaten besetzten Kaserne genau verbleiben, nannte er nicht.

Er selbst wird regelmäßig in der Kaserne anwesend sein und ansonsten von zu Hause arbeiten. Dabei wechselt er sich mit seinem Stellvertreter ab. „Wir wollen als Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseren Beitrag für den Teil der Bevölkerung leisten, der besonders gefährdet ist und dazu beitragen, die Infektionskette zu verlangsamen.“ Das hat am Dienstag auch der Generalinspekteur der Bundeswehr Eberhard Zorn in seinem Tagesbefehl als Schwerpunkt genannt. Die Bundeswehr stelle sich „auf die Unterstützung von Bundesressorts, Ländern und Kommunen in Deutschland im Wege der Amtshilfe ein. Wir leisten damit einen Beitrag zum Erhalt der staatlichen Handlungsfähigkeit“. Es komme darauf an, wo immer möglich mit reduzierter Vor-Ort-Präsenz, Schichtbetrieb, Bereitschaftsregelungen und mobilem Arbeiten die Bundeswehrangehörigen vor Infektion zu schützen, um so gleichzeitig die Durchhalte- und Reaktionsfähigkeit der Bundeswehr insgesamt zu erhalten.