Havelberg l Laut Satzung musste nun über die vier Jahre Vorstandsarbeit Rechenschaft abgelegt und ein neuer Vorstand gewählt werden. Erfreulich: Im Havelberger Ortsverein unterstützen aktuell 611 Personen das Deutsche Rote Kreuz finan­ziell als Mitglieder. Das klingt erst einmal recht gut. „Doch gegenüber dem Gründungsjahr 1997 bedeutet es einen erheblichen Rückgang von annähernd 500 Mitgliedern“, so die Ortsvereins-Vorsitzende Annegret Steffen in ihrem Bericht. Zu den Gründen zählt sie unter anderem den Weggang von jungen Leuten aufgrund von Arbeit, Wegzug und Studium. Und auch den natürlichen Abgang durch Tod.

Gästen soll es gefallen

Ein Hauptaugenmerk der Arbeit liegt darin, die Kleiderkammer und die Begegnungsstätte in der Genthiner Straße mit Leben zu erfüllen. „Seit Jahren besuchen uns monatlich oder auch alle zwei Wochen die Rheumaliga und die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs in unseren Räumen. Und auch unsere Rentnertruppe aus Kuhlhausen ist uns treu geblieben. Wir lassen niemanden allein, denn niemand ist gern allein, schon gar nicht im voranschreitenden Alter“, machte die Vorsitzende deutlich. „Wir finden es wichtig, dass sich alle diese Partner bei uns wohl fühlen.“

Gute Versorgung gehört dazu

So werden bei den Begegnungen Hobbys gepflegt, die alleine gar nicht möglich sind. – „Wir lassen jeder Gruppe ihre Freiräume in der Begegnungsstätte.“ Auch die gute Versorgung der Gäste zählt dazu, sei es mit Kaffee und Kuchen, Mittagessen – mal selbst gekocht, mal geholt – und mit kleinen Überraschungen als Dessert.

Sachen für soziale Zwecke

In der Kleiderkammer haben die Mitarbeiter, einschließlich der Öffnungszeiten, 25 Stunden in der Woche zu tun. Von den vier Mitarbeitern hier sind drei ehrenamtlich dabei, dazu kommt eine für 20 Wochenstunden bezahlte Kraft. „Wir als Ortsverein betreiben die Kleiderkammer eigentlich aus zwei Gründen. Einerseits erhalten wir für diese teilweise gut erhaltene Kleidung, um unsere 324 registrierten benachteiligten Menschen – einige davon kommen sogar aus Burg, Perleberg, Pritzwalk, Kyritz und Tangermünde – damit versorgen zu können“, berichtete Annegret Steffen. „Andererseits generieren wir durch die Abgabe von Überschüssen freie Mittel für soziale Zwecke.“ Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Ukraine-Hilfe, für die erst in der vergangenen Woche wieder eine Vielzahl gepackter Kartons zum Dachdeckerbetrieb Schneider nach Wulkau gebracht wurde. Am kommenden Sonnabend werden sie von dort nach Bernau gefahren, von wo aus dann der große Transport in die Ukraine startet.

90 Prozent aus Containern

In der Kleiderkammer muss alles organisiert werden: das Einholen der Spenden aus den Containern, das Sortieren und der Verkauf. An die 90 Prozent der Textilien kommen aus den Sammelcontainern im Altkreis, die restlichen zehn Prozent werden von Bürgern direkt in der Kleiderkammer abgegeben.

Kein Personal für Boutique

Mit Bedauern sprach die Vorsitzende noch einmal die Schließung der Sozialboutique vor exakt zwei Jahren in der Steinstraße an. Vorrangig aus dem Grund, weil es an Personal dafür mangelte, Arbeitsmaßnahmen ausliefen und neu beantragte für das DRK nicht bewilligt wurden.

Präsident bot seine Hilfe an

Der neue Präsident des DRK-Kreisverbandes „Östliche Altmark“, Jörg Hellmuth aus Wust, der an der Versammlung teilnahm, bot dem Havelberger Ortsverein in seinem Grußwort an, bei diesem einmal im Monat für ehrenamtliche Arbeit zur Verfügung zu stehen – ein Angebot, das Annegret Steffen gerne annahm.

Eine Neue im Vorstand

Dann musste auf der Versammlung für die Amtszeit von vier Jahren ein neuer Vorstand gewählt werden. Annegret Steffen, Gudrun Meyer und Annerose Liedtke wurden, jeweils einstimmig, erneut in dieses Gremium gewählt. Neues Mitglied ist Marlis Lawenstein, ebenfalls einstimmig, die für Birgit Lemke nachrückte. Letztere war aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl angetreten. Annegret Steffen bleibt weiterhin die Vorstandsvorsitzende des DRK-Ortsvereins „Havelberg-Land“.