Havelberg l Es grünt, blüht und wächst im Havelberger Kleingartenverein „Einigkeit“. Zu den Pächtern der Parzellen hier gehört auch der Standort der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) in Havelberg. Zunächst mit zwei Gärten, inzwischen sind es vier. Drei davon werden bewirtschaftet, „für den vierten haben wir vorerst nur die Pflege übernommen“, informiert Einrichtungsleiterin Yvonne Lorenz.

Für den Eigenbedarf ist gut gesorgt

Die anderen drei Parzellen werden von den Teilnehmern in den verschiedenen Bildungsmaßnahmen der DAA „fast das ganze Jahr lang bewirtschaftet. Jedenfalls so lange das Wetter offen ist“, berichtet Thomas Hölscher, pädagogischer Mitarbeiter im DAA-Gebäude in der Neustädter Straße 29. Im Frühjahr werde unter anderem Unkraut entfernt, Boden umgegraben, werden Tomaten, Kohlrabi und anderes ausgebracht. „Von einem Kleingärtner der ,Einigkeit‘ haben wir dankenswerterweise auch einen klassischen Wintersalat geschenkt bekommen, den wir in unseren Gärten nun einmal ausprobieren möchten.“

Jede Menge Obst und Gemüse

Alles, was für den Eigenbedarf in der Küche und im Netzwerk-Café benötigt wird, ist in den Gärten des Bildungsträgers zu finden: Kartoffeln, Bohnen, Gurken, Tomaten, Erdbeeren, Zwiebeln, Paprika, Wirsing, Kürbis, verschiedene Saalate, Schnittlauch, Basilikum und jede Menge anderer Kräuter. Bäume liefern unter anderem Kirschen, Pfirsiche, Pflaumen und Äpfel.

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Vorrat für den Winter

„Frisch geerntete Dinge werden in der Küche zum größten Teil gleich verarbeitet; vieles wecken wir aber auch ein oder frieren es ein. So schaffen wir uns einen Vorrat für die Wintermonate“, erzählt Thomas Hölscher. Die Eigenversorgung spare Kosten – es müsse nicht viel eingekauft werden.

Was übrig ist, wird gespendet

Es bleibe von dem Geernteten aus drei Gärten aber immer noch genug übrig, um gespendet zu werden. Die Häuser der DAA in Perleberg und Osterburg würden zum Beispiel davon profitieren, aber auch Einrichtungen in Havelberg. Das DRK-Heim Julianenhof und die Tafel gehören dazu.

Äpfel sollen zu Most werden

Eine Idee, „die schon weit gereift ist“, so Thomas Hölscher, dreht sich um die Apfelernte, besonders auch um die Verwertung der vielen Falläpfel. „Wir beabsichtigen, diese in die Veredlung zu geben, was bedeutet, Most daraus zu machen und aus diesem dann einen eigenen DAA-Apfelsaft zu kreieren.“

Holzwerkstatt im Garten

Der Weg in die Gartenanlage wird von den Teilnehmern an den Bildungsmaßnahmen aber noch aus einem anderen Grund beschritten. Denn hier befindet sich die Holzwerkstatt der DAA. Neben anderen Dingen werden in dieser im Winterhalbjahr unter anderem bis an die 50 Nisthilfen für Trauerseeschwalben gefertigt und dem Gartenverein für seine gute Unterstützung der DAA-Arbeit neue Schaukästen zur Verfügung gestellt, was demnächst geschehen soll. „Wir helfen dem Gartenverein aber auch sonst gerne mit allem, was mit Holz zu tun hat“, so Thomas Hölschel. In der Holzwerkstatt entstanden ist auch ein Insektenhotel, das jetzt zu einem Garten der DAA gehört. Die Anschaffung eines Bienenvolkes steht als nächstes ganz oben auf der Wunschliste.