Städtischer Ausschuss befasste sich mit "Risikoanalyse und Brandschutzbedarf"

Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr stehen nicht selten Lieferfahrzeuge im Wege

Von Dieter Haase

Um Fragen des Brandschutzes in der Einheitsgemeinde ging es auf der jüngsten Sitzung des städtischen Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Tourismus.

Havelberg l Das von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit der Stadtwehr und den Ortswehren erarbeitete Papier "Risikoanalyse und Brandschutzbedarf" stand zur Debatte. Das Dokument gibt allgemeine Informationen zur Struktur der Einheitsgemeinde, listet die Verkehrswege auf, nennt Gebäude und Einrichtungen besonderer Art und Nutzung oder Gefährdung und führt besonders gefährdete Gebiete (zum Beispiel bei Hochwassern) auf. Ausführlich wird auch die Feuerwehrstruktur mit allem, was dazu gehört, beschrieben. Interessant ist unter anderem die Tatsache, dass es allein in der Hansestadt Havelberg 1049 Gebäude gibt, deren zweiter Rettungsweg im Ernstfall über Rettungsgeräte der Feuerwehr (Drehleiter) sichergestellt werden muss. In der gesamten Einheitsgemeinde sind es 1569 Gebäude.

Die Ausstattung der Wehren und dringend notwendige Investitionen bilden weitere wichtige Punkte in der Analyse. Dazu gehört zum Beispiel die derzeitige Ausfahrt der Havelberger Feuerwehr. "Wir haben es nicht nur einmal erlebt, dass im Einsatzfall große Lkw, die die angrenzenden Einkaufsmärkte beliefern, die Ausfahrt zur Bundesstraße hin blockieren", berichtete der stellvertretende Stadtwehrleiter Andreas Brütt den Ausschussmitgliedern. "Und im umgekehrten Fall sind wir nach einer Maßnahme wegen der Lieferfahrzeuge auch nicht gleich wieder aufs Depot gekommen", fügte Gerätewart Hartmut Neumann an. "Dieser Zustand muss noch in diesem Jahr verändert werden", forderte er. Auch fehle es an Parkplätzen für die zum Einsatz kommenden Mitglieder der Havelberger Feuerwehr.

"Ich sehe dringenden Handlungsbedarf. Eine neue, ungehinderte Ausfahrt für die Einsatzfahrzeuge hat aus meiner Sicht absolute Priorität", machte Ausschussmitglied Sven Hetke deutlich. "Und das sollte wirklich noch 2012 passieren", schloss er sich der Auffassung von Hartmut Neumann an. Bis zur nächsten Ausschusssitzung solle sich die Verwaltung dazu äußern, inwieweit die Umsetzung der Maßnahme noch 2012 möglich ist.

Eine Planung für eine neue Ausfahrt gibt es übrigens schon. Sie trifft etwa dort auf die B 107, wo bis vor kurzem noch eine alte, verfallene Scheune gestanden hat.

Was die Domstadt angeht, nennt das Papier zwei weitere notwendige Investitionen. Sie betreffen die Verbesserung der Löschwasserversorgung im Calvarienweg und am Bischofsberg, wozu sich Ausbaumaßnahmen erforderlich machen. "Diese beiden Punkte sollten in den Jahren 2013 und 2014 abgearbeitet werden", fand Sven Hetke. Die finanziellen Mittel dafür müssten im Haushalt bereitgestellt werden. Schließlich ginge es um die Sicherheit der Einwohner der Stadt.

Bedarf besteht auch an neuer Einsatztechnik, vor allem in den Ortswehren. Mit den ältesten Fahrzeugen unterwegs ist hier zurzeit die Feuerwehr Vehlgast-Kümmernitz. Der in Vehlgast stationierte Barkas zum Beispiel verschlingt Jahr für Jahr hohe Reparaturkosten. Und der W 50 in Damerow hat auch schon viele Jahrzehnte "gedient". Aus diesem Grund steht diese Ortsfeuerwehr bei der Fahrzeugneubeschaffung bis zum Jahr 2014 ganz oben auf der Prioritätenliste. Für die Folgejahre sind dann Jederitz und Nitzow mit Neuanschaffungen im Bedarfsplan.