Schönhausen l Etwa feierlicher als in den Vorjahren ging es  bei der Eröffnung der Elbelandschau in der Reithalle zu. Sogar Landrat Carsten Wulfänger hatte sich eingefunden, um Gottfried Bauch, den Vorsitzenden des ausrichtenden Zuchtvereins G 249 Schönhausen, zum 90-jährigen Bestehen zu gratulieren. Am 29. Mai 1929 hatten sich Züchter im Bismarckdorf getroffen, um den Kleintierzüchterverein zu gründen. Und seit 1979 steht diesem Gottfried Bauch vor.

Dieser erinnerte an jenem schicksalsträchtigem 9. November kurz an den Mauerfall vor 30 Jahren – sein Schwager hatte ihn darüber informiert. Sogar in den Kriegsjahren haben die Mitglieder ihre Beiträge in Höhe von 50 Pfennigen entrichtet, hatte er in den alten Unterlagen erfahren.

Viele Helfer und Sponsoren

Die Ausrichtung solch großer Tierschauen sei nur möglich, wenn sich Mitglieder, Sponsoren und Helfer mit einbringen. Und auch die Familien müssen mitziehen, meinte Gottfried Bauch mit einem Blick auf seine Frau Erika. Knapp 20 Helfer hatten bei der Vorbereitung geholfen, darunter auch drei vom Verein aus Kamern.

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Gottfried Bauch nutzte die Gelegenheit, um drei langjährige Züchter zu Ehrenmitgliedern zu ernennen: Detlef Wesemann, Klaus-Peter Stabenow und Walter Eckert.

Züchter seit 1953

Letzterer berichtete, dass er seit 1953 züchtet, zu Beginn waren es weiße Pfautauben. Seine erste Ausstellung beschickte er laut Katalog in Schönhausen, damals waren die Bewertungskriterien aber noch anders. Gefragt war bei diesen Tauben ein Trichterschwanz, heute muss er über dem Kopf stehen. Seit den 1970er Jahren züchtet der Klietzer Welsumer, eine Zwerghuhnrasse mit viel Fleisch und großen Eiern. Auch Urenkel Jonah ist inzwischen Züchter, er bekam für seine Sussex einen Ehrenpreis.

Der Landrat lobte, dass hier die Traditionspflege hoch gehalten werde, Bürgermeister Jürgen Mund meinte, der Verein sei wichtig für den Ort und könne stolz auf seine 90-jährige Geschichte sein.

461 Tiere zu sehen

Zu sehen waren bei der Schau insgesamt 461 Zwei- und Vierbeiner – Hühner, Tauben, Enten und Kaninchen – von 70 Ausstellern. Die kleinsten Wesen machten in der Halle ordentlich Krach: die Zwergenten. Tradionell fand eine Verlosung statt, wobei täglich 300 Preise zur Verfügung standen. Auch waren wieder etliche Helfer tätig, welche keine Vereinsmitglieder waren.