Sandau l Dass ein Autodrehkran von der städtischen Elbfähre übergesetzt wird, ist sicher schon öfters geschehen. Dass er auf dem Sandauer Gefährt auch zum Einsatz kommen muss, aber noch nie. Montagvormittag musste der Jederitzer Fred Severin mit seinem 20-Tonnen-Autokran anrücken, um eine der Landeklappen anzuheben. Denn nur so konnten die beiden Stahlseile, welches auf jeder Fährseite die beiden Klappen halten, gekürzt und gespannt werden.

Grund für die ungeplante Zwangspause war der kürzlich erfolgte Bruch eines Spezialschäkels an einem der Seile. Inzwischen wurden die neuen gelben Schäkel, welche in Schweden gefertigt werden, geliefert und die Verspannung komplett neu eingebaut. Allerdings stellte sich heraus, dass die Spannschlösser an den Seilen nun zu lang waren, weshalb die Landeklappen arg tief im Wasser lagen. Beide Seile mussten also gekürzt und neu gespannt werden.

Sechs Tonnen schwere Klappe

Eine der sechs Tonnen schweren Klappen konnte angehoben werden, indem man das Gefährt an Land fuhr. Die zweite hingegen konnte nur mit Hilfe eines Kranes angehoben werden. Dazu wurde von den Fährmännern Rainer Luksch und Maik Herrmann eine dicke Trosse um die Klappe geschlagen und an den Kran gehängt. Zu hoch durfte die Klappe aber von diesem auch nicht angehoben werden – Vorsicht war also geboten.

Bilder

Das gelang und die Spannseile der Klappen hingen entsprechend durch. Fährmann Dirk Jonas kürzte die beiden Seile um jeweils etwa 20 Zentimeter und Fred Severin spannte sie dann mit Hilfe eines Ratschenzuges. Nach einer Probefahrt bis zur Mitte des Stromes zur Feinjustierung der Spannseile konnte die Fähre dann wieder pünktlich ihren Übersetzbetrieb aufnehmen.

Alle vier Fährleute dabei

Die vier Sandauer Fährleute – mit dabei war zudem Peter Zimmermann – nutzten die Zeit auch, um weitere dringende Reparaturen durchzuführen. So wurde eines der 30 Meter langen Scherseile gewechselt, diese werden im Gegensatz zum Gierseil oft beansprucht und verschleißen entsprechend rasch. Ebenso wurde eine Lagerschale eines Hydraulikzylinders an der Landeklappe gewechselt.

Übrigens hat die Sandauer Fähre im Gegensatz zu der in Arneburg keine Probleme mit dem Niedrigwasser der Elbe. Bereits im Vorjahr, als der Wasserstand ähnlich niedrig war, waren die Auffahrten entsprechend verlängert worden.