Klietz l Gemeinderat und Bürger kamen deshalb in Klietz zur „Ideenfindung“ zusammen. Angeregt hatte die Zusammenkunft im Rathaus Gö­ran Fenn, denn bis auf Sandau mit seinem Rathaus wurden von den Kommunen bislang noch keine konkreten Vorhaben für dieses Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) angemeldet. Dass ein Projekt im Konzept steht, ist aber Bedingung, um später dafür Fördergeld beantragen zu können. „Was nicht hier drin steht, wird nicht gefördert“, brachte es Göran Fenn auf den Punkt. Deshalb müsse man jetzt Ideen sammeln und an die mit der Erstellung beauftragten Planungsbüros weiterreichen.

Er selbst sieht einen Schwerpunkt in der Steigerung der Attraktivität von Klietz für junge Leute – so müssten Leerstands-Immobilien zu attraktiven Wohnraum umgewandelt werden. Bei Bedarf müsste die Kommune aber auch Eigentümer beim Abriss unterstützen – so werde schließlich wieder Bauland geschaffen.

Gemeinschaftshaus neben Bauhof?

Perspektivisch gesehen könnte ein Teil des Gebäudes, in dem der Bauhof untergebracht ist, zum Gemeinschaftshaus umgebaut werden, schlug Bürgermeister Hermann Paschke vor. Es biete genügend Platz.

Auch regte er an, dass in Scharlibbe in der alten Schule – wo zuletzt der Motorradklub ansässig war – sowie im Gebäude gegenüber vom Schafstall Wohnraum geschaffen werden könnte. Zudem fehlt im Ortsteil eine Leichenhalle, die Verstorbenen werden in der Kirche aufgebahrt, das sei kein Zustand. Vielleicht könne man das alte Pfarrhaus dazu nutzen, doch hat der Denkmalschutz dort die Hand drauf.

Spielplatz muss saniert werden

In Neuermark-Lübars müssten die restlichen alten Stromleitungen für die Straßenlampen durch neue ersetzt werden, hier wie auch in Klietz müssten die Lampen zudem mit sparsamen LED-Strahlern bestückt werden.

„Der Spielplatz in Scharlibbe ist etwa 20 Jahre alt und müsste mal instand gesetzt werden“, schlug Dirk Hoffmann, Vorsitzender des Vereins „Scharlibber Freunde“ vor. Vielleicht könne man die einstige Schule auch zum Feuerwehrgerätehaus sowie Gemeinschaftshaus umbauen, schlug Jens Meiering vor. Falls dies nicht klappt, müsste auf jeden Fall der Sanitärtrakt am Jugendklub modernisiert werden, regte Eberhard Wienmeister an.

Eine tolle Idee zur Belebung des Tourismus hatte Ratsmitglied Helmut Lemme aus Neuermark-Lübars: Auf der Freifläche des Ortsteiles, wo einst die alte Schweineanlage gestanden hatte, könnte man doch den Altkreis Havelberg und angrenzende Orte als Miniaturlandschaft wieder auferstehen lassen. Kirchenmodelle könnten zum Beispiel maßstabsgerecht errichtet werden – womöglich als Projekte in den Orten, in denen sie stehen.

Die Sanierung der Klietzer Turnhalle liegt Ratsmitglied Klaus Liebsch am Herzen: Der Hallenkörper ist ungedämmt, hier müsste etwas getan werden. Wichtig sei auch, dass der Anbau für die Kraftsportler kommt. Früher gab es zudem ein Projekt, wonach die Judokas einen eigenen Raum in der Halle bekamen.

Aktuell stehe die alte Förderschule komplett leer, hier könnte das Bauamt einziehen, wenn das Sandauer Rathaus umgebaut wird, schlug Hermann Paschke vor. Danach könnten hier vielleicht Senioren einziehen. Für eine solche Nutzung wäre der Einbau eines Fahrstuhls nötig, ergänzte Göran Fenn. Man sollte ins IEK auch die Sanierung der Schulküche aufnehmen, eine solche sei wichtig für die Versorgung der öffentlichen Einrichtungen wie Schule, Kita und Schullandheim sowie der Bürger, merkte Stefan Kertz an.

In der einstigen Förderschule könnte womöglich eine weiterführende Privatschule eingerichtet werden, kam ein weiterer Vorschlag von Göran Fenn. Die Grundschule nebenan müsse aber unbedingt erhalten bleiben, weshalb man sie barrierfrei gestalten sollte, ergänzte Ratsmitglied Torsten Peters. Das Gebäude biete sogar Platz für Schüler aus der gesamten Verbandsgemeinde.

In einigen Jahren werden noch mehr Rentner als derzeit in Klietz wohnen, weshalb man auch die Einkaufsmöglichkeiten erweitern müsste, regte Joachim Steinborn an. Das Bahnhofsgelände sei unansehnlich und der einstige Radweg nach Neuermark-Lübars, der schon zu großen Teilen entsiegelt wurde, könnte begrünt werden. Auch am neuen Radweg könnten einseitig Gehölze wachsen.

Schulküche für Versorgung wichtig

In Stendal hatte Göran Fenn erlebt, wie man auch in Klietz verfahren könnte: Dort wird ein Wohnhaus mit altersgerechten Wohnungen errichtet, die künftigen Bewohner konnten vorab Anteile in Form von Wohnungen erwerben. So werden die Wohnungen der Senioren zeitiger frei und können von Zuzüglern genutzt werden. Eine weitere Idee hatte er zum regionalen Marketing: Auf kleinen Faltblättern für die Hosentasche könnte man auf Ausflugsziele oder Bettenanbieter in der Region hinweisen.

Dass der Zuzug von jungen Leuten – und zugleich Arbeitskräften – nötig sei, unterstrich Ute Panther. Die Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Auch sie bekräftigte, dass eine Schulküche für Klietz nötig sei – im Ort fahren Autos von drei auswärtigen Versorgern umher. Aber frisches Essen schmeckt einfach besser.

Als Beispiel für eine bessere Versorgung nannte sie Bürgerläden, welche über eine Genossenschaft betrieben werden – was in vielen Orte gut funktioniere. Dabei sollen diese keine Kokurrenz zu bestehenden Geschäften sein.

Der flutsanierte Badestrand, welcher zurzeit im Bau ist, könnte mit mehr Spielgeräten ausgestattet sein, gab Stefan Kertz einen weiteren Hinweis. Die Bockwindmühle müsste ebenfalls saniert werden. Für das Schullandheim schlage er den Bau eines Niedrigseilgartens und einer Krativwerkstatt vor, letzterer könnte in den leerstehenden Hallen neben dem Jugendklub errichtet werden. Das Gebäude gegenüber, was Bauhof und Feuerwehr nutzen, müsste ebenfalls saniert werden.