Neuermark l Einhundert Tage ohne Alltag, ohne Wochentage und ohne gesellschaftlichen Druck. Zwanglos, frei und lebendig.

Denke ich an die vergangene Zeit zurück, bin ich mir nur noch mehr sicher, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde.

Draußen wird es kühler, aber ich glühe. Ich bin so glücklich mit dem Unterwegssein, dass ich wünsche, nie anzukommen. Ein Leben im Hin und Her. Heute hier, morgen dort.

Griechenland ist schön und ich bin glücklich, dass mich mein geliebter Bruder Magnus und mein sehr guter Freund Carsten Hopfe zwischen Weihnachten und Silvester besuchen. Heiligabend war ich allein – aber das war gar nicht schlimm, ich lege nicht so viel Wert auf dieses Fest.

Ich habe in den letzten Tagen schon viel positiven Kontakt und die Gastfreundschaft der Griechen erfahren: Drei Tage verbrachte ich mit der Dorfjugend eines kleinen Örtchens im Norden des subtropischen Landes. Ich schlief dort in einem alten Haus und wurde täglich mit griechischen Spezialitäten versorgt. Zusammen mit den Jungs fuhr ich dann nach Athen. Die zweihundert Kilometer Roadtrip mit dem Auto in die Hauptstadt waren eine gute Abwechslung und auch für die Jungs ein schönes Erlebnis.

Hier verbringe ich jetzt meine Zeit bis Anfang des neuen Jahres in einem günstigen Hostel und lerne weitere Menschen aus aller Welt kennen, bringe Überlegungen zu Papier, mache Straßenmusik und orientiere mich gedanklich für den weiteren Reiseverlauf. Irgendwie fühle ich es nicht, durch die Türkei zu fahren. Mich zieht es gerade viel mehr nach Afrika. Ich bin auf der Suche nach einer Überfahrt ins Land der Pyramiden, aber der Fährverkehr nach Ägypten wurde schon vor zehn Jahren eingestellt. Flugzeug kommt mit dem ganzen Kram, den ich transportiere, nicht in Frage und so bleibt eigentlich nur der Weg über Marokko. Das scheint vielleicht ein großer Umweg zu sein, aber mein Ziel erreiche ich bereits jeden Tag aufs Neue. Denn es ist nicht das Wo und Wann. Es ist jetzt.

Man kann Lukas unter www.travelthisworld.de folgen.