Havelberg l Die sieben Ortswehrleitungen der Einheitsgemeinde Havelberg erhielten vor kurzem Post vom Ordnungsamt: „Aufgrund der getätigten Lockerungen ... ist die Wiederaufnahme des Dienstbetriebes ermöglicht worden“, heißt es darin.

Allerdings gibt es für den nächsten Dienstabend im Gerätehaus einige Auflagen. War es vorher für Aktive Pflicht, an den Ausbildungen teilzunehmen, erfolgt dies vorerst auf freiwilliger Basis, Mindestabstände und Hygienestandards sind auch hier einzuhalten.

Nur Gesunde dürfen kommen

Teilnehmen dürfen – wie bei Einsätzen – weiterhin nur Aktive, welche sich gesund fühlen und in den letzten 14 Tagen keinen Kontakt zu Infizierten hatten. Zudem muss eine Einweisung zu den Hygieneregeln erfolgen – und alles ist per Unterschrift zu bestätigen. Weiterhin ist – auch bei Einsätzen – in den Fahrzeugen auf den nötigen Abstand zu achten, empfohlen werden jeweils maximal vier Aktive. Bei Bedarf kann dann zum Beispiel in Havelberg auch der Mannschaftstransporter noch Einsatzkräfte fahren. Klappt es mit dem Mindestabstand nicht, ist ein Mund- und Nasenschutz anzulegen.

Wie in der Stadtwehr Havelberg bereits erfolgt, wird die Bildung von festen Ausbildungseinheiten aus stets den selben Personen empfohlen, um Infektionsketten zu vermeiden. Die Ausbildung der beiden Züge erfolgt also streng getrennt. Am Mittwoch trafen sich eine Handvoll Aktive mit Zugführer Heiko Thalmann. Es waren vor allem die Jüngeren, welche nicht zur Risikogruppe gehören – die Teilnahme erfolgt schließlich freiwillig.

Martin Schröder begrüßte alle

Begrüßt und eingewiesen wurden alle vom stellvertretenden Ortswehrleiter Martin Schröder, welcher auch gleich noch Schutzmasken aus Stoff austeilte, welche von der Aktiven Bina Panhans mit ihren Kolleginnen genäht worden waren.

Heiko Thalmann informierte die Anwesenden, dass ein Trupp in Havelberg die Wasser-entnahmestellen überprüfen solle. Ein weiterer Trupp fuhr mit ihm nach Wöplitz und Müggenbusch, um dort die Flachspiegelbrunnen zu prüfen. Denn manche Brunnen bereiteten dort schon vorher Probleme, im dritten Dürrejahr in Folge dürfte sich das Problem weiter verschärfen. Denn mit der Dürre sinkt auch der Grundwasserspiegel.

So musste vor einigen Jahren am Julianenhof-Heim bei Müggenbusch schon ein Tiefbrunnen gebohrt werden. Alternativ wären aber auch Zisternen oder Löschwasserteiche denkbar.

Mehr Normalität für die Wehr

„Mit dem Start der Ausbildung wollen wir wieder etwas mehr Normalität in die Wehr bringen“, berichtete Martin Schröder. Der zweite Zug werde von Stefan Keller ausgebildet, er trifft sich am kommenden Mittwoch. Informiert werden die jeweiligen Aktiven über WhatsApp.

Der Dienstbetrieb wird aber noch nicht in vollem Umfang wieder aufgenommen, gewisse Regeln sind einzuhalten. So ist das Betreten von Schul- und Sozialräumen in Einsatzbekleidung laut der neuen Dienstanweisung verboten – außer im Gerätehaus Nitzow, wo es nur einen großen Raum gibt. Zudem dürfen sich nur Aktive in den Gerätehäusern aufhalten. Nach Gebrauch sind Geräte und Fahrzeuge zu reinigen und eventuell zu desinfizieren, Anwesenheitslisten sind zu führen – was ohnehin üblich war.

Löschbrunnen müssen überprüft werde

„Es hatte schon Anfragen aus den Ortswehren wegen der Überprüfung der Löschwasserbrunnen gegeben, welche eigentlich jetzt erfolgen muss“, erklärte Martin Schröder, der zugleich als Stadtwehrleiter fungiert. Überlegt wird, dieses Jahr die Sommerpause zu verkürzen, um den versäumten Ausbildungsstoff nachzuholen – dazu müsse man aber die weitere Entwicklung der Pandemie abwarten.