Schönfeld l Ganz fertig ist er mit dem fünfjährigen Studium noch nicht, aber das Ende ist in Sicht. „Nur“ noch die Masterarbeit schreiben, dann kann er ab dem neuen Schuljahr als Lehrer im Referendariat durchstarten. Am liebsten am Gymnasium Tangermünde/Havelberg. In der Domstadt hat der Schönfelder gerade ein viermonatiges Praxisseminar beendet und sich erfolgreich um eine Vertretungsstelle für sechs Stunden pro Woche ab 1. Februar beworben.

Studium und Arbeit? „Das kriege ich gut unter einen Hut. Montags bis donnerstags Uni, freitags Schule in Havelberg.“ Er freut sich auf diesen sanften Einstieg ins Berufsleben, der mit dem 18-monatigem Referendariat beginnt. Denn die Praxismonate haben endgültig bestätigt, dass es die beste Entscheidung war, Lehrer zu werden.

Ein guter Rat: Mach doch Abitur!

Dabei wollte er eigentlich Polizist werden – so sein Wunsch in der 10. Klasse an der Havelberger Sekundarschule. Doch er, der sportliche Fußballer, erhält aus gesundheitlichen Gründen eine Absage – warum, weiß er bis heute nicht. Und nun? „Du hast das Zeug zum Abitur!“ hört er den Rat von Lehrern und Angehörigen. Da er für seine berufliche Zukunft keine andere Idee hat, geht er tatsächlich weiter zur Schule, wechselt auf das Gymnasium in Tangermünde. Das fällt ihm nicht schwer. „Ich musste nie viel lernen. Vor allem Mathe und Physik sind mir zugefallen. Ich war ehrgeizig. Deshalb hab ich im Unterricht auch aufgepasst und mitgemacht – so musste ich zu Hause dann nicht mehr so viel lernen.“

Seine Mitschüler bitten Florian in Mathe und Physik oft um Hilfe, vor allem in der Vorbereitung auf das Abitur. Da gab es sogar eine kleine Nachhilfegruppe. „Es hat mir Spaß gemacht, anderen etwas zu erklären. Und sie haben es auch verstanden“, erinnert er sich an die 12. Klasse. Was liegt da näher, als Lehrer in seinen beiden Lieblingsfächern zu werden? Mit der Abschlussnote 1,7 bewirbt er sich an der Uni in Potsdam und bekommt einen Studienplatz: Lehramt Gymnasialstufe Mathe/Physik.

Freitags am Havelberger Gymnasium

Viereinhalb Jahre hat er inzwischen geschafft, nun nur noch die Masterarbeit schreiben. Und „nebenbei“ ab kommender Woche unterrichten. „Ich freue mich da sehr drauf. In den letzten vier Monaten am Havelberger Gymnasium habe ich viel vor allem bei meinem Mentor Volker Woltersdorf hospitiert und selbst Stunden gehalten. Es ist einfach ein gutes Gefühl, den Schülern etwas von meiner Freude an Mathe und Physik abzugeben und zu zeigen, dass auch diese beiden Fächer wirklich Spaß machen können!“ Gern gestaltet der junge Mann den Unterricht etwas lockerer und – soweit es geht – praxisbezogen. Er erwartet einen respektvollen Umgang miteinander, sowohl mit den Kindern in der 5. Klasse als auch mit den nur wenige Jahre jüngeren Abiturienten, „da habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht“.

Dass es mit der Bewerbung um die Vertretungsstelle in Havelberg geklappt hat, freut den 23-Jährigen sehr. Denn er sieht seine berufliche Zukunft hier in der Region, möchte er doch in Schönfeld wohnen bleiben. „Wenn ich ab dem neuen Schuljahr eine Referendariatsstelle am Gymnasium Tangermünde/Havelberg bekommen würde, wäre das für mich der Hauptgewinn!“

Als Stürmer und Trainer auf dem Rasen

Dann kann er auch weiterhin so intensiv seinem Hobby nachgehen: Fußball. Schon als Steppke in der Grundschule kickt er bei Germania. Als Stürmer in der Kreisoberliga-Mannschaft hat er unzählige Tore geschossen, derzeit steht er in der Torschützenliste dieser Liga an Platz 3. „Leider ist es in den letzten Spielen nicht ganz rund gelaufen und wir stehen an Tabellenplatz 9. Aber in der nun bald beginnenden Rückrunde greifen wir an und gehen möglichst oft als Sieger vom Platz“, hat Florian Hochheim auch im Sport ehrgeizige Ziele. Auch in der Uniliga Potsdam war er mit seinem Team (Platz 6 von 11) aktiv und wurde sogar Torschützenkönig.

Künftig könnte Florian Hochheim noch mehr als bisher auf dem Rasen stehen. Denn sein Sportverein Germania, der im Nachwuchsbereich Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen wie Preußen Schönhausen, Blau-Weiß Schollene oder Saxonia Tangermünde bildet, braucht Trainer. Der Stürmer hat zugesagt, Verantwortung zu übernehmen und mit Kumpel Robert Kertz ab der neuen Saison ein Team trainieren, dazu sind aber noch Absprachen nötig. Als Lehrer weiß er, mit den Kindern umzugehen, sie zu begeistern und zu bestmöglichen Leistungen anzuspornen.