Havelberg l Die Schäden des letzten Unwetters sind zum Teil noch an vielen Orten sichtbar, denn so schnell wie der Sturm sie verursacht hat, sind sie nicht zu beräumen. Einen großen Schaden kann man noch am Eingangsbereich zum Havelberger Stadtfriedhof sehen. Hier sind große Äste einer über hundert Jahre alten Kastanie zu Boden gestürzt. Ein dicker Ast hat dabei das Dach eines historischen Unterstandes durchschlagen. Der Zeitzeuge, der ebenfalls über hundert Jahre alt ist, diente früher dazu, der Bestatterkutsche und den Trauergästen Schutz zu bieten.

Aufenthalt unter Baum ist gefährlich

„Der sprichwörtliche Dachschaden könnte ein Fall für die Versicherung sein, aber alles andere hier ringsherum müssen wir beräumen“, meinten die beiden Ehrenamtler Ulrich Gruber und Holger Schulz. Sie wollten eigentlich ihr Projekt Friedhofsmauer, die sie schon von beiden Seiten verfugt haben, mit den letzten Putzarbeiten abschließen. Aber jetzt gehen die Aufräumarbeiten vor. „Zunächst muss aber hier erst ein Steiger ran, um weitere Äste, die am ,seidenen Faden‘ hängen, zur Gefahrenabwehr abzusägen. Wir können unter dem Baum nicht arbeiten, da es zu gefährlich ist“, so Ulrich Gruber.

Auch Grabsteine umgelegt

Im Blickwinkel des Eingangsbereiches hatten die beiden Grabsteine mit Sprüchen darauf im Rondell aufgestellt. Auch hier war ein dicker Ast draufgeschlagen und hatte einen Stein umgelegt. „Die Spruchsteine standen zuvor, unansehnlich, um das benachbarte Grab von Olga Oehlke und wir haben dann daraus einen Hingucker gemacht“, erzählt Holger Schulz. Olga Oehlke ist den älteren Havelbergern besser als „Zicken-Olga“ bekannt. Sie hatte ihren eigenen, sehr teuren Grabstein und die Spruchtafeln zusammengespart und aufstellen lassen. Als die Gefahr von oberhalb der Kastanie beseitigt war, hatten die Aufräumarbeiten begonnen. Aber der uralte Baum wirft bestimmt noch mehr Äste ab und stellt daher weiterhin eine Gefahrenquelle dar.

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