Klietz l „Strohmiete am Kuhstall brennt“ steht es am Montag um 22.09 Uhr auf den Funkmeldeempfängern der Feuerwehrleute. Als die Klietzer Wehr auf dem am Ortsrand gelegenen Areal eintrifft, steht die Strohmiete bereits fast im Vollbrand. Hier hat wieder jemand ganze Arbeit geleistet...

Zusammen mit den örtlichen Aktiven, welche mit drei Einsatzfahrzeugen anrücken, werden auch die beiden Ortsteilwehren aus Scharlibbe und Neuermark-Lübars sowie die Schollener alarmiert, welche mit zwei Einsatzfahrzeugen kommen. Auf dem weitläufigen Gelände am Kamp befinden sich zwei Flachspiegelbrunnen, mit denen die Wasserversorgung sichergestellt wird. Zum Glück halten sie trotz der nun schon mehrjährigen Trockenheit durch...

Telekoplader will retten, was nicht zu retten

Dutzende Schläuche werden um die brennende Miete ausgerollt, Pumpen zu den Brunnen getragen und Verteiler gesetzt, andere Feuerwehrleute bauen Lichtmasten auf. Von allen Seiten richten sich Strahlrohre auf die brennende Miete – vor allem auch, um ein Übergreifen des Feuers auf den nahen Wald zu verhindern. Die Schollener nutzen den Monitor auf dem Dach ihres Fahrzeugs zum Löschen.

Bilder

Teleskoplader der AG versuchen anfangs noch, an Stellen, wo noch keine Flammen herausschlagen, Ballen zu retten, doch etliche fangen sofort nach dem Herausziehen an zu brennen. Diese müssen dann auch noch gelöscht werden.

Ausbreiten vom Brand auf Wald verhindern

Später beschränken sich die Einsatzkräfte darauf, nur das Areal um die Miete zu wässern, damit die Flammen sich nicht ausbreiten. Nach Mitternacht verlassen die meisten den Einsatzort, eine Gruppe aus Klietz mit dem LF 8 und eine Fahrzeugbesatzung der Schollener bleiben als Brandwache vor Ort. Um 8 Uhr gestern Vormittag werden sie von den Scharlibbern abgelöst, die nächste Schicht folgt am Nachmittag.

„Das Stroh war in diesem Jahr recht trocken und brennt darum auch rasch, aber doch nicht die gesamte Miete auf einmal“, ist auch Ute Panther, Geschäftsführerin der betroffenen Agrargenossenschaft „Elbeland“ sicher, dass es Brandstiftung war. Insgesamt 450 Strohballen sind vernichtet, die Miete kann man nur noch kontrolliert abbrennen lassen. Die Asche ist teurer Sondermüll, wegen der Netze. Ute Panther schätzt den Schaden der AG auf knapp 12 000 Euro.

Strrohballen waren für Mutterkuhherde gedacht

Vorgesehen waren die Strohballen eigentlich als Winterfutter sowie als Einstreu für die Mutterkuhherde. Zukaufen müsse die AG nun hoffentlich nicht, sie habe noch einige Reserven zu liegen, berichtet Ute Panther. Am Vormittag hatte sie den Einsatzkräften erst einmal das Frühstück gebracht.

Vor Ort auf dem abgelegenen und eingezäunten Areal war auch die Polizei, welche den Brandort für ihre weiteren Ermittlungen beschlagnahmte. Zufall dürfte es wohl nicht gewesen sein, dass so kurz nach den Bränden um Havelberg nun auch in Klietz eine Strohmiete abbrannte...