Havelberger Dritt- und Viertklässler punkten für den Fahrradpass

Grundschüler treten zur Prüfung ordentlich in die Pedale

Von Wolfgang Masur

Groß war vor einigen Tagen die Aufregung bei den Dritt- und Viertklässlern der Havelberger Grundschule "Am Eichenwald". Das Erlangen des Fahrradpasses stand auf dem Stundenplan.

Havelberg l Daniela Heyer, Wolfgang Kaiser und Gordon Heise von der Kreisverkehrswacht Stendal waren bei den Grundschülern zu Gast. "Nach einem vorangegangenen Theorieteil, einigen Proben auf dem Schulhof und dem Ablaufen der Fahrstrecke geht es heute in die Praxis. Wir sind sehr froh darüber, dass die Polizei uns dabei unterstützen kann", sagte die Klassenlehrerin der 4b Kerstin Schache.

Nach einer gründlichen Kontrolle der mitgebrachten Fahrräder ging es auf die Strecke. "Unsere Reserven, was das Fahrradzubehör betrifft, sind fast aufgebraucht. Wir könnten wieder einmal einen Sponsor gebrauchen", meinte mit besorgtem Blick Wolfgang Kaiser. Die meisten Fahrräder waren gut in Schuss, aber bei einigen reichte auch die Hilfe der Kreisverkehrswacht nicht und es gab einen Mängelschein für die Eltern mit.

Mit Fahrradhelmen und Nummernwesten ausgerüstet, traten die Schüler dann ordentlich in die Pedale. In praktischen Übungseinheiten hatten sie zuvor unter anderem die Vorfahrtsregeln, das Linksabbiegen und das Vorbeifahren an Hindernissen gelernt. Auch das Handzeichen beim Abbiegen gehörte dazu. "Oftmals fällt den Kindern das Lernen der Vorfahrtsregeln sehr schwer", weiß Wolfgang Kaiser. Parallel zu den Übungseinheiten vertieften die Viertklässler im Unterricht den Theoriestoff. "Je nach Bedarf behandelten wir die einzelnen Themen, wie beispielsweise Verkehrsschilder und Vorfahrtsregeln sehr intensiv", berichtet Klassenlehrerin Kerstin Schache. Wie viel die Schüler vom Theoriestoff behalten haben, sollte sich bei der praktischen Prüfung zeigen. "Den Schulterblick nicht vergessen", ruft Polizeihauptmeister Michael Hübsch den Schülern hinterher. Er sicherte mit einigen Eltern und schulischen Mitarbeiterinnen die Fahrstrecke ab, die sich in Richtung Kreuzung am Wasserturm erstreckte. "Rechts-vor-links geregelte Kreuzungen etwa sind besonders gefährlich für Radfahrer, weil deren Vorfahrt oft nicht beachtet wird. Speziell Kinder werden leicht übersehen, wenn sie in gerader Richtung über die Kreuzung oder auf links geführten Radwegen fahren", erzählt Michael Hübsch aus Erfahrung. Die Schüler absolvierten, bis auf wenige Ausnahmen, den Parcours sehr gut.

Wer die Vorfahrt nicht beachtet, das Stoppschild übersieht oder beim Linksabbiegen den zweifachen Schulterblick vergisst, kann dafür jeweils bis zu drei Fehlerpunkte erhalten. Sobald die Schüler die Grenze von zehn Fehlerpunkten überschreiten, haben sie die Prüfung nicht bestanden. Die besten Radfahrer mit den höchsten Punkten können am Landesausscheid teilnehmen. Für das erfolgreiche Bestehen der Prüfung erhalten die Grundschüler einen Fahrradpass.