Das Haus der Flüsse

Im Juli 2015 wurde das Informationszentrum Natura 2000 des Biosphärenreservates Mittelelbe in Havelberg als Haus der Flüsse eingeweiht. Im Sommer ist es von April bis Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, in der Wintersaison von November bis März ist montags geschlossen.

Der Eintritt ist frei.

Havelberg l Damit auch 2020 ein erfolgreiches Jahr wird, sind wieder Veranstaltungen geplant. Zum Beispiel zeigen Fischer ihre Arbeit beim Kinderfest im Juni. „2019 war super. Wir haben gut 20 Prozent mehr Besucher als im Jahr zuvor. Überhaupt gab es seit der Eröffnung des Hauses der Flüsse im Buga-Jahr 2015 abfallende Besucherzahlen. Jetzt haben wir eine Trendumkehr, die hoffentlich anhält“, freut sich Erik Aschenbrand, Fachbereichsleiter Nord im Biosphärenreservat Mittelelbe, dass die Anstrengungen gefruchtet haben. Im Jahr 2018 hatte es rund 13.000 Besucher gegeben, 2019 waren es knapp 16.000. „Das war eine echte Teamleistung. Jeder einzelne Mitarbeiter hat seinen Beitrag dafür geleistet“, schickt er ein Dankeschön an den Fachbereich.

Ob es die Betreuung der Gäste im Haus der Flüsse war, die Pflege des Außenbereiches oder die Organisation von Veranstaltungen – jeder Mitarbeiter des Fachbereiches Nord, auch aus der Landschaftspflege und der Naturwacht, hat mitgewirkt.

Zu den Höhepunkten im vergangenen Jahr gehören die Eröffnung der Radsaison in Havelberg mit dem Elberadeltag Anfang Mai und im Sommer das erste Flusskonzert. Darüber hinaus gab es verschiedene Konferenzen im Info-Zentrum Natura 2000. Etwa die zu den Havelpoldern mit Ministern aus den beteiligten Bundesländern. Der Nabu-Bundesverband war zu Gast und anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Biosphärenreservate Mittelelbe und Thüringer Wald gab es einen Besuch von Mitgliedern der Partnerinitiative. Für Kinder wurden Veranstaltungen angeboten und die Junior Ranger schlugen ihr Camp am Haus der Flüsse auf.

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Gut angekommen ist bei Besuchern die Blumenwiese für Insekten, die im Außenbereich mit einer regionalen Blühmischung angelegt worden ist. Die Wiese hatte im Haus zunächst für Diskussionen zum Für und Wider gesorgt, weil sie so lange wie möglich nicht gemäht werden soll und mancher dann denkt, dass die Anlage ungepflegt ist. Doch der Zuspruch von Seiten der Besucher zeigte, dass die Entscheidung dafür die richtige war, so Erik Aschenbrand.

Mit Blick auf das neue Jahr kündigt er für den 6. Juni ein Kinderfest an, zu dem die Fischer Gernot Quaschny aus Hohengöhren und Wolfgang Schröder aus Strodehne zum Schaufischen einladen. Zur Bundesgartenschau 2015 hatten sie ihre Arbeit schon einmal mit dem Zugnetzfischen einem großen Publikum vorgestellt. Geplant ist für diesen Tag zudem ein Figurentheater zum „Auenelf“.

Musiker können Flusskonzert mit gestalten

Das Junior-Ranger-Camp findet bereits zum vierten Mal statt. Vom 26. bis 28. Juni werden Gruppen aus der Elb-Havel-Region, aus dem Südharz und dem Drömling erwartet. Für den 15. August ist das 2. Flusskonzert mit Sommerfest geplant. „Wir sind gerade dabei, die Musik zu organisieren. Wenn es Musiker gibt, die dabei sein möchten, können sie sich gern bei uns melden“, so Erik Aschenbrand.

Die Vortragsreihe ist in diesem Jahr bereits gut gestartet. Anfang Januar ging es um Hanf als wertvolle Nutzpflanze. Weitere fünf Vorträge sind geplant. Der nächste dreht sich am 4. März um das Thema „Nestwärme, was wir von Vögeln lernen können“. Beim Elberadeltag in Grieben wird das Haus der Flüsse mit einem Stand vertreten sein und voraussichtlich gibt es auch eine Radtour dorthin.

Um die Reichweite der Informationen noch weiter zu erhöhen wird überlegt, die Facebook-Präsentation des Flüssehauses in Biosphärenreservat Mittelelbe umzubenennen und dann Regionen übergreifend für alle Bereiche Informationen anzubieten. Das Interesse am Haus ist überregional vorhanden. Viele Gruppen kamen vom Erlebnispädagogischen Centrum ELCH, weshalb Erik Aschenbrand hofft, dass für das Haus eine Lösung gefunden wird, damit es mit Übernachtungsangeboten weitergeht. Aber auch sonst sind Anfragen da. Beliebt ist zum Beispiel ein Besuch während eines Klassentreffens oder einer Geburtstagsfeier. Auch Betriebe nutzen das Info-Zentrum für einen Ausflug. So hatte ein Firmenchef von der Müritz das Haus auf seiner Tour auf dem Elberadweg kennenlernt und kam später mit der gesamten Belegschaft wieder. Nicht nur die Veranstaltungen haben für ein Besucherplus gesorgt, sondern auch Einzelbesuche.

Die multimediale Ausstellung mit ihren verschiedenen Stationen zum Thema Natura 2000 wurde im vorigen Jahr im Innern um das Thema Tierwanderung und die Bedeutung eines Verbundes von Ökosystemen erweitert. Im Außenbereich gibt es eine weitere Station, die sich mit Tierarten und Natura 2000 befasst.

Neu ist auch, dass Besucher Tablets als Audioguides nutzen können, um die Ausstellung zu erkunden. Für Kinder gibt es hierbei ein Quiz. Zudem ist es nun für ausländische Gäste möglich, sich englischsprachig durch das Haus führen zu lassen. Verbesserungen sind angedacht hinsichtlich der Hinweisschilder auf das Info-Zentrum. Gerade erneuert wurde die Tafel an der Touristinfo. Gut wäre ein Hinweis etwa auf der Spülinsel. Nach Zukunftswünschen befragt, nennt Erik Aschenbrand einen Bootsanleger.

Fertiggestellt sind die neuen Beobachtungstürme bei Neuschollene, Wöplitz und Jederitz, für die jetzt die Bauabnahme stattgefunden hat. Sie können genutzt werden. Der Turm bei Jederitz soll mit den Junior Rangern eröffnet werden. Sie haben dafür Tiere für eine Tafel gemalt, die sich von dort aus beobachten lassen. Erfolgreich war auch die Beteiligung an den Freizeitspionen des Elb-Have-Winkels, wo der dritte Platz belegt wurde.

Aktuell ist noch bis Ende Februar eine Sonderausstellung im Haus der Flüsse zu sehen. Es sind die besten Fotos, die im Rahmen des ersten Fotowettbewerbes zum Thema Zugvögel eingeschickt worden sind. Ein nächster Fotowettbewerb wird gerade vorbereitet.