Wust-Fischbeck l Und die Zahlen, die Kämmerer Steve Tangelmann nun dem Wust-Fischbecker Gemeinderat vorlegte, sind alles andere als erfreulich. Knapp 100.000 Euro mehr muss die Gemeinde 2020 an den Landkreis abgeben. Die Summe steigt von 328.000 auf 429.000 Euro. Grundlage für die Berechnung ist die Steuerkraftmesszahl, die das Land zunächst bei der Berechnung der Landeszuweisungen zugrunde legt – und die steigt in Wust-Fischbeck so gravierend. Eine höhere Kreisumlage ab 2020 trifft auch auf die anderen Gemeinden im Elbe-Havel-Land zu, aber nicht ganz so drastisch wie in Wust-Fischbeck.

„Das bedeutet, dass wir den Haushalt mittelfristig, also ab 2020, wieder nicht ausgleichen können und ein Konsolidierungskonzept fortschreiben müssen. Aber auch wenn die Gemeinde noch so spart: nach derzeitigem Stand der Dinge schafft sie es aus eigener Kraft nicht aus den roten Zahlen. Denn der Landkreis schöpft 40 Prozent des Geldes, das die Gemeinde zugewiesen bekommt ab, und die Verbandsgemeinde über 60 Prozent. Und dabei ist noch gar nicht festgelegt, wie hoch die Umlage an die Verbandsgemeinde 2020 ausfällt – dieser Haushalt ist erst noch zu erstellen und vom Rat der Verbandsgemeinde zu diskutieren. Dass sie sinkt, ist bei den Sanierungen und Investitionen in Kitas, Grundschulen und Feuerwehren eher unwahrscheinlich, „wir werden sehen, wo die Reise hingeht“, sagte der Kämmerer. Er erklärte den Haushalt besonders ausführlich, weil im Gemeinderat auch etliche neu gewählte Mitglieder sind, die sich noch mit dem umfassenden Zahlenwerk vertraut machen müssen.

Mit der miesen Aussicht auf 2020 ist die Freude über das leichte Plus von 54.000 Euro, das Wust-Fischbeck 2019 im gerade beratenen Haushalt hat, eher gering. Die Überschusssumme kann nicht für Investitionen ausgegeben werden.

Im zurückliegenden Haushaltsjahr 2018 gab es Minderaufwendungen bei Unterhaltung und Bewirtschaftung der Grundstücke und Gebäude im Jahr 2018, der Anteil am noch nicht erstellten Abwasserbeseitigungskonzept wurde auch noch nicht fällig. Die Steuereinnahmen sind um 9400 Euro gestiegen und deshalb wurde 2018 auch nicht so ein großes Minus (statt 330.000 nur 245.000 Euro) gemacht wie eigentlich geplant.

Realisierung

Viel leisten kann sich Wust-Fischbeck nicht. Aber ein Vorhaben wird doch realisiert: 12.000 Euro sind im Haushaltsentwurf für einen neuen Fußbodenbelag im Wuster Gemeinschaftsraum vorgesehen, „wir wollen das auch noch dieses Jahr umsetzen“, so Bürgermeister Bodo Ladwig. Eigentlich waren auch 2000 Euro im Entwurf für die neue Beleuchtung der Turnhalle vorgesehen, aber auf Wunsch des SV Traktor wird das wegen der Beantragung für Fördermittel 2020 in das kommende Jahr geschoben.

Weil der Rat keine Einwände gegen den Planentwurf hatte, erstellt der Kämmerer das endgültige Konzept und legt es dem Rat Anfang Oktober zum Beschluss vor.

Wust-Fischbeck ist somit die letzte der sechs Gemeinden im Elbe-Havel-Land, die den Haushaltsplan für 2019 beschließt.