Havelberg l Am 31. August werden die Weisheits anlässlich des Havelberger Bootskorsos ihre Kunst mit Motorrädern, die auf 30 und 40 Meter hohen Seilen über dem Erdboden beziehungsweise Wasser des Winterhafens fahren, zeigen.

Schon mehrmals in Havelberg gastiert

„Wir haben die Stadt noch in recht guter Erinnerung“, sagt Peter Mario Weisheit, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens aus Gotha. „Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber in der Vergangenheit waren wir bestimmt schon zweimal auf dem Pferdemarkt, davon einmal vor über 20 Jahren, und in 2007 zum ersten Mal beim Bootskorso vertreten.“ Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski hat die Weisheits „auch vor etwa 20 Jahren im Havelberger Sportforum erlebt“, und ein Senior aus der Domstadt berichtete der Volksstimme, die Truppe vor langer Zeit mitten auf der Stadtinsel, mit den Seilen hinüber zur Stadtkirche, gesehen zu haben. „Das kann jetzt aber schon 50 oder 60 Jahre her sein.“

Mit Kutschen ging es früher von Ort zu Ort

Der Begründer der Hochseildynastie Weisheit war übrigens Friedrich Wilhelm Weisheit (1875-1956), der Urgroßvater von Peter Mario Weisheit. Mit seiner Frau und seinen fünf Söhnen reiste er ab 1900 durch die Lande und bot dem Publikum Hochseilartistik, Clownerie und Musik dar. „Damals war das Umherreisen nur mit Kutschen möglich, Tage vor den Vorstellungen ist die erste Generation unserer Artistenfamilie mit Fahrrädern losgefahren, um überall Reklamezettel zu kleben und zu verteilen“, erzählt André Weisheit, der andere Chef des Unternehmens Weisheit.

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Inzwischen die sechste Generation

Inzwischen betreiben die Weisheits in sechster Generation die Hochseil-Artistik. „Wir sind aktuell 18 Frauen, Männer und Kinder aus sechs Weisheit-Familien“, stellt Peter Mario Weisheit sein „Personal“ vor. Seine fünf Enkel im Alter zwischen einem halben Jahr und 13 Jahren bilden aktuell die sechste Generation.

Nachwuchs zeigt Können auf Spielplatz

Lenny (5 Jahre), Charly (7 Jahre) und Friedrich (13 Jahre) eifern ihren Eltern bereits tüchtig auf dem Seil nach. Sie sind selbst schon richtige Akrobaten. Für das Hochseil allerdings sind sie noch etwas zu jung. Die drei Jungs werden aber am 31. August gegen 19.30 Uhr am Slawendorf-Spielplatz an der Landzunge ein historisches Seilshow-Programm in entsprechenden Kostümen präsentieren. Dieses ist seit der ersten Aufführung so gut angekommen, dass es das Unternehmen an seinen Spielorten immer gleich mit anbietet. Lenny, Charly und Friedrich werden sich dazu auf eine Kons­truktion mit einem Seil, das sich in vier Meter Höhe befindet, begeben. Ihre Vorführungen dauern etwa eine halbe Stunde. Zum Üben hatten sie allerdings nur wenig beziehungsweise keine Zeit. Denn der 7- und der 13-Jährige mussten an Havelberger Schulen auch ihrer Schulpflicht nachkommen.

Artisten sind auf Seil gut gesichert

Die beiden Geschäftsführer erhoffen sich sowohl an der Uferstraße (17.30 und 21.25 Uhr) als auch am Slawendorf-Spielplatz für die Darbietungen ein großes Publikum. Peter Mario Weisheit kann die Zuschauer von vornherein auch beruhigen. „Was wir in großer Höhe vollführen, ist zwar nicht ganz ungefährlich, aber es ist alles doppelt abgesichert, so dass zum Beispiel kein Motorrad-Artist in die Tiefe stürzen kann.“ Was aber auch im 119. Jahr des Bestehens des Unternehmens immer noch geblieben ist, ist, „dass das Herzklopfen auch für uns Profis immer noch groß ist, denn die Kunst soll schließlich sehr anspruchsvoll sein“

Weit herumgekommen

Tourneen führten die Weisheits übrigens bisher durch Deutschland, nach Thailand, Italien, Spanien, Rumänien, in die Niederlande und die Schweiz.