Elb-Havel-Land l In Havelberg hatten sich unter Regie des Landesbetriebes für Hochwasserschutz (LHW) noch einmal zwölf Kontrolleure auf den Weg gemacht, es ging vom brandenburgischen Voigtsbrügge über Vehlgast bis Havelberg. Neben dem Havelhauptdeich wurde auch der Polderdeich an der Jäglitz sowie die beiden Teilschutzdeiche bei Wöplitz kontrolliert.

Diese Teilschutzdeiche namens Remonte und Burgwall sollen im Zuge der Havelrenaturierung allerdings geschlitzt werden, denn sie schützen lediglich landwirtschaftliche Flächen. Der Naturschutzbund als Projektbetreiber der Renaturierung hatte im Vorfeld mit den Nutzern gesprochen. Der LHW hat inzwischen die Herauslösung der beiden Wälle aus dem Deichkataster beantragt, informierte Flussbereichsleiter Marco Schirmer aus Genthin.

Panzerstraße wird verschwinden

Der Nabu will in dem Bereich auch die alte Panzerstraße fast komplett abtragen. Die Wälle sollen insgesamt auf vier Kilometern Länge geschlitzt werden. Die an der Straße von Havelberg nach Wöplitz stehenden Häuser wären bei einer möglichen Polderflutung nicht gefährdet, hatte eine Studie ergaben. Der Ortsteil Wöplitz selbst wird durch einen Hauptdeich geschützt. Dieser bleibt auch weiterhin bestehen.

Aus dem Kataster raus soll auch der Altdeich bei Jederitz, welcher durch den weitaus kürzeren neuen Deich überflüssig geworden ist. Dieser Wall wird auf Drängen der Jederitzer allerdings nicht geschlitzt, dann aber auch nicht mehr vom LHW unterhalten.

Viele Trassen sind saniert

Die etwa 160 Kilometer Deiche im Altkreis Havelberg sind alle im guten Zustand, viele Trassen wurden inzwischen saniert. Probleme bereitet Marco Schirmer lediglich die Trockenheit, welche dafür sorgt, dass die neue Grasansaat nicht aufgeht. So gibt es noch immer diverse kahle Stellen auch dort, wo nachgesät wurde. Wie an der Jäglitz, wo die Gewässerzugänge der Biber auf den Böschungen beseitigt wurden. Protokolliert wurde zudem Windbruch nah am Deich oder Fahrspuren.

Zwei Maßnahmen sind auch an der Havel geplant: Bei Vehlgast soll der Haveldeich bis zum Hohen Gelände um etwa 200 Meter verlängert werden. Hier ist die Entwurfsplanung fertig, jetzt wartet der LHW aufs Fördergeld. Geplant sind ferner drei Lückenschlüsse im Wall um Damerow, informierte Marco Schirmer.

22Kilometer noch im Plan

In den nächsten zwei Jahren sollen nochmals 22 Kilometer Deiche saniert werden, dann wären etwa 95 Prozent der Wälle normgerecht. Gut voran kommt die Rückverlegung im Sandauer Süden, sie liegt im Zeitplan. Gebaut wird auch am Wehr Neuwerben. Hier wird derzeit berechnet, wie stark die Unterwasserbetonsohle sein muss. Denn sie soll nicht nur die Baugrube abdichten, sondern später auch den Gewässergrund vor Auskolkungen bei künftigen Polderflutungen schützen.