Schönhausen l Immer im Frühjahr kontrollieren die Zuständigen unter Federführung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz (LHW) den Zustand der Deiche im Elb-Havel-Land. Vier Schautage sind dazu eingeplant, Auftakt war jetzt in Schönhausen.

Seit der Flutkatastrophe 2013 wurde diverse Deichabschnitte saniert, die Menschen fühlen sich sicherer – erklärt dies die mangelnde Resonanz? Gerade mal etwas über ein dutzend Schauer hatten sich im Bismarckdorf eingefunden – davon die Hälfte vom LHW.

Dürre hat ihre Auswirkungen

Die anhaltende Trockenheit hat ihre Auswirkungen, erklärte LHW-Flussbereichsleiter Lars Schirmer aus Genthin: Der Elbpegel bei Tangermünde steht mit 2,29 Metern einen halben Meter unter Mittelwasser. Dramatischer ist die Lage unter der Erde: Der Grundwasserspiegel ist um etwa einen halben Meter abgesackt, so dass die Wurzeln der Bäume trocken liegen.

Von den 24,3 Kilometern Deichen im Schaubereich seien 15,4 Kilometer saniert, erklärter Lars Schirmer. In Kürze erfolgt die Abnahme eines weiteren sanierten Abschnittes nördlich der ICE-Brücke – dann sind fast 65 Prozent der Wälle im Schönhauser Schaubereich normgerecht saniert. Sie wurden dem neuen Bemessungshochwasser angepasst – und damit im Schnitt einen halben Meter erhöht – und bekamen eine Berme. Durch letztere ist bei Flut überall noch ein Herankommen möglich. Im Gebiet der zwischen Klietz und Scharlibbe geplanten Rückverlegung wurden Spundwände eingebracht, welche bei der Rückverlegung gezogen werden können.

Bis einschließlich kommenden Jahres sollen im Elb-Havel-Land weitere acht Kilometer Wälle saniert werden, informierte der Bereichsleiter. Dann wären hier 97 Prozent der Deiche normgerecht saniert.

Tiefe Risse nahe ICE-Brücke

Südlich der ICE-Trasse hatte es im Vorjahr eine Sofortmaßnahme gegeben, informierte Alexander Helm von der Havelberger LHW-Außenstelle. Auf 900 Metern Länge waren tiefe, teils klaffende Risse festgestellt worden, welche noch vor der Hochwasserperiode beseitigt werden mussten. Ab 2020 wird der Bereich dann endgültig fertiggestellt – so müssen noch die Fahrbahnen angelegt werden.

Die Arbeiter vom LHW hatten im Schönhauser Bereich die auf der letzten Schau festgestellten Wühltierschäden beseitigt. Doch wegen der Anpflanzungen halten sich hier Wildschweine auf – und wühlen immerzu am Wall. Menschengemacht sind hingegen die von Anglern stammenden Fahrspuren am frisch sanierten Deich bei Hohengöhren. Ebenso die Quad-Spuren auf dem Deich am Schönhauser Badewiel – was man bei der Begehung feststellte.

Verträge haben sich bewährt

Die mit den Schäfern abgeschlossenen neuen Verträge hätten sich im Vorjahr bewährt, informierte Lars Schirmer weiter. Neu ist darin festgeschrieben, dass die Hinterlassenschaften der Schafe beseitigt werden. Bezahlt wird nach Hektar – egal wie oft sie beweidet werden. Dass der Kot auf dem Asphalt beseitigt erden muss, kommt nicht von ungefähr: Er reagiert mit dem Kalk und es bildet sich Salzsäure, welche den Asphalt zerfrisst. Deshalb darf künftig kein Kalk mehr im Asphalt sein.

Probleme bereitet die Trockenheit dem frischen Bewuchs am sanierten Deich, es klaffen etliche Kahlstellen. Bewährt hat sich hier eine Ansaat im September. Ansonsten konnten die Deichschauer in beiden Abschnitten keine gravierenden Mängel entdecken.