Klietz l Mit den Signalen „Sammeln der Jäger“ sowie der „Begrüßung“ eröffnete die Bläsergruppe der Jägerschaft Havelberg deren Jahreshauptversammlung im Saal des Landguthotels in Klietz. Ihr drittes Signal – „Jagd vorbei – Halali“ galt den drei im letzten Jagdjahr Verstorbenen.

Das heiße und trockene Jahr 2018 sei für das Wild mit geringem Stress verbunden gewesen, konstatierte Vorsitzender Günter Scheffler aus Scharlibbe – zugleich Kreisjägermeister – in seinem Bericht. Vor allem das Niederwild habe von der Trockenheit profitiert.

Wildschweinbestände weiterhin hoch

Die Wildschweinbestände bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau – eine Trendwende sei trotz geringer Schwankungen nicht in Sicht. Ohne Unterstützung der Landwirtschaft sei eine entsprechende Bejagung nicht zu schaffen. Vor allem müssen die Jagdschneisen ausgeweitet werden, das soll nun auch im Winterraps sowie auf allen anderen Wintergetreideschlägen erfolgen. Bis zu einem Viertel der Schlagfläche kann dafür genutzt werden. Anträge für den Mais müssen bis Mitte Mai gestellt werden, der Landesjagdverband (LJV) berät dazu.

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Weil wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest verstärkt Schwarzkittel erlegt werden, hatte die Jägerschaft eine Aussetzung der Gebühr für die Trichinenschau gefordert. Das sei im Landkreis Stendal bereits im Vorjahr erfolgt, lobte Günter Scheffler. Zudem sollten immer auch Blutproben mit abgegeben werden.

Nilgans ins Jagdrecht

Mit der Aufnahme der Nilgans ins Jagdrecht wird das Landesjagdgesetz an bundesweite Regelungen angepasst. Ungeklärt ist weiterhin die Jagd von Fahrzeugen aus (Hochsitz auf Hänger), was zum Beispiel bei der Ernte nötig wäre. Das Land ist hierbei Schlusslicht, das Gesetz soll noch vor der Sommerpause entsprechend geändert werden.

Klagen der Jäger laufen derzeit zur drastischen Anhebung – bis zu 200 Prozent – der Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Die Waidmänner sehen hierbei die Land- und Forstwirte bevorteilt.

Über 1000 Wölfe geschätzt

Zum Wolf fordern die Jäger im Land eine Schutzjagd ähnlich wie in Skandinavien. Mit geschätzt über 1000 Exemplaren habe sich der Bestand in drei Jahren verdoppelt. Weshalb die Jäger fordern, die Bestände zu regulieren. Es sollten Schutzzonen geschaffen werden, zum Beispiel auf Übungsplätzen. In urbanen und alpinen Gebieten sollte die Wolfsjagd hingegen erlaubt sein. Auch im Baltikum wird Isegrim regelmäßig bejagt.

Um invasive Arten wie Waschbär und Mink besser zu bekämpfen, hat der LJV eine Pelzverwertungsfirma gegründet. Das Land hat für die Sammelstellen 43 Kühltruhen finanziert, eine steht bei Günter Scheffler in Scharlibbe. 24 Tiere wurden hier abgegeben – relativ wenig. Anderswo ist die Resonanz weit besser: Insgesamt wurden bislang 18.000 Tiere eingesammelt, 250 Leerungen stehen noch aus. Artikel können im DJV-Shop erworben werden. Lob erhielt die Umweltministerin, welche das Projekt gegenüber Kritikern verteidigt hatte.

Der Mitgliederbestand blieb mit etwa 200 konstant, Sorgen bereitet auch hier der hohe Altersdurchschnitt von über 60 Jahren. Vor zwei Jahren wurden die Beiträge erhöht – leider hapert es bei einigen mit der pünktlichen Überweisung.

Präsentation zum Jubiläum

Im kommenden Jahr begeht die Jägerschaft ihr 30-jähriges Bestehen, wozu es wieder eine öffentliche Präsentation geben soll, verbunden mit einem abendlichen Jägerball. Dazu wird eine Arbeitsgruppe berufen, Ideen sind gefragt. Der Veranstaltungsort ist noch offen.

Zwecks besserer Öffentlichkeitsarbeit wollen sich die Waidmänner nun auch im Internet präsentieren, Schriftführerin Anna Wischnewski richtet eine entsprechende Homepage ein, zudem soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden.

Der Vorstand wurde nach dem Kassenbericht einstimmig entlastet, Martin Teubner und Paul Henschke wurden ebenso einstimmig zu neuen Kassenprüfern gewählt.