Havelberg l Hochsteckfrisuren bei den Mädchen. Die Haare der Jungs akkurat gestylt. Hübsche Kleider, hohe Schuhe, Anzüge, dazu Krawatte oder Fliege. Für ihren großen Tag hatten sich die jungen Leute herausgeputzt. Aufgeregt waren sie am Sonnabend, als sie bei ihrer Jugendweihe im Mittelpunkt standen. In der Aula des Havelberger Schulzentrums hatten Muttis, Vatis, Omas, Opas, Geschwister, Klassenlehrer und weitere Gäste Platz genommen. Das Duo „No limit“ spielt die ersten Takte an. Die Jugendlichen marschieren unter dem Beifall der Gäste ein.

Anna Jacobs und Johanna Wald begrüßen die Jugendweihlinge. Beide gehören zum Landesverband der Interessenvereinigung Jugendweihe und moderieren die Feierstunden, auch mit Sprüchen, die zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken stimmen. Eine gute Mischung aus jugendlicher Leichtigkeit und erwachsener Ernsthaftigkeit. „Bitte hör nicht auf zu träumen“ singt „No limit“ als Erstes. Auch die „Legenden“ von Max Giesinger passen sehr gut zum Anlass. Dann ist es an Festredner Matthias Höhn, Bundestagsabgeordneter der Linken des Altmarkkreises, die jungen Leute auf den Schritt ins Leben der Erwachsenen einzustimmen. „Genießt die Zeit, auch wenn Schule nicht immer Spaß macht und Pubertät nicht die einfachste Sache ist. Es ist die Zeit der ersten Liebe und ihr könnt die Weichen für euer Leben stellen“, sagt er und wirft einen Blick zurück auf die Zeit, als er vor 29 Jahren seine Jugendweihe feierte und sich vor 30 Jahren das Leben in der damaligen DDR änderte.

„Eine Zeit, ohne die unser Land nicht so wäre, wie es jetzt ist, im Guten wie im Schlechten. Die Menschen haben sich die Demokratie erkämpft.“ Es ist keine Selbstverständlichkeit, in Frieden und Freiheit leben zu können. Matthias Höhn spricht von den Tausenden Jugendlichen, die sich aktuell für Klimaschutz, gegen Rassismus und für Demokratie einsetzen. „Nehmt euer Leben selbstbewusst in die Hand, ihr habt das Recht, auch Fehler zu machen. Nehmt auch mal den Rat der Älteren an. Traut euch was“, gibt er den jungen Leuten mit auf den Weg.

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Zur symbolischen Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen kommen die Mädchen und Jungen auf die Bühne und erhalten Urkunde, Buch und eine rote Rose. Die Dankesworte an Eltern, Großeltern und Lehrer sprechen für die Gymnasiasten Luca Görn, Jasmin Krause und Vin Schilling. Für die Sekundarschüler übernimmt das Adrian Schäfer.

„No limit“ zündet musikalisch ein „Feuerwerk“ und ruft dann die Jugendweihlinge und ihre Gäste zum Tanzen zu „Ein Hoch auf uns“ auf. „Ein neuer Schritt. Mal sehen, was die Zeit bringt“, sagt Henriette Mai nach der Feierstunde für die Gymnasiasten, die ihr sehr gut gefallen hat und in der ihr Sohn Florian die Jugendweihe erhalten hat. „Das ist mein letztes Enkelkind von sechs“, ist Oma Gudrun Max ganz gerührt. Draußen auf dem Schulhof entstehen dann viele Erinnerungsfotos.