Havelberg l Mit drei Böllerschüssen aus der Kanone der Havelberger Schützengilde von 1849 ist am Sonnabend zur Mittagszeit das mittlerweile 9. Garzer Kartoffelfest auf dem Wirtschaftshof des Agrobetriebes Köpke eröffnet worden. Verständlicherweise drehte sich dabei wieder alles um die Knollen, von denen auch im Garzer Agrobetrieb jede Menge angebaut und auch verkauft werden, wie zum Fest am Sonnabend. Besucher, die sich speziell dafür interessierten, erhielten von den Fachleuten des Betriebes, so unter anderem von David Bäther, Antworten zu allen sie interessierenden Fragen. Der Agrobetrieb hat aktuell bis zu acht Sorten im Angebot; sie alle werden hier auch stets auf dem Hof verkauft.

Altes Handwerk vorgestellt

Die Organisatoren vom Orts- und Kulturverein Garz konnten sich über rund 1400 Besucher freuen. Die Gäste konnten sich auch an Kuchen und Kartoffelbrot aus dem Backofen, an Kartoffelpuffer, Kartoffelsuppe, Kartoffelbier und -schnaps laben. Für gute Unterhaltung sorgte das Blasorchester Premnitz, flotte Tänze bot die Kindertanzgruppe Arabeske dar. Wieder mit von der Partie war der Kolonistenhof aus dem brandenburgischen Großderschau. Wilhelm Hoffmann demonstrierte auf der hölzernen Schlitzbank das Besenbinden und Jürgen Wels drehte Seile. Altes Handwerk zeigten auch wieder Mitglieder der Klietzer Spinngruppe und „Havelspinner“ Rainer Wittenburg.

Schüler bieten Kuchen an

Draußen vor der Halle bot der Feuerwehrverein Kartoffelsuppe, nach Wunsch mit oder ohne Bockwurst, aus der Feldküche an. Fischermeister Wilfried Schulz hatte Hecht und Zander dabei – natürlich auch mit Kartoffelsalat. Außerdem bereicherten viele weitere Händler mit verschiedenen Dingen weiterhin das Fest. Mit an diesem beteiligt war auch eine Klasse des Havelberger Gymnasiums: Mit einem riesengroßen Angebot, rund 60 selbst gebackene Torten und Kuchen, wollten die jungen Leute aus der 12. Klasse ihre Kasse für den Abiball aufbessern.

Bilder

Zwei Kamerateams unterwegs

Was auf allen vorherigen Kartoffelfesten bisher nicht gesehen wurde, das waren die Kameras von Fernsehleuten. „Wir sind seit Freitag hier, um für die MDR-Sendereihe ,Unser Dorf hat Wochenende‘ Aufnahmen zu machen. Das Kartoffelfest in Garz hat sich bis zu uns nach Erfurt herumgesprochen und unser Interesse geweckt“, so Redakteurin Heike Opitz. „Wir sind mit zwei Aufnahmeteams hergekommen zu je einem Redakteur, einem Kameramann und einem Assistenten. Für jedes Team gibt es einen genauen Drehplan.“ Drehorte für die beiden Teams waren außer dem Kartoffelfest unter anderem beim Garzer Fischer, der Hafen, Wehr und Schleuse, der Erntedank-Gottesdienst und die Kartoffelrodung auf einem Feld des Agrobetriebes Köpke. Am gestrigen Sonntag waren zum Abschluss die Havelhöfe an der Reihe. Mit vielen Leuten sind Gespräche geführt worden.

Sendetermin ist am 20. Oktober

Was dabei herausgekommen ist, das kann man sich am Sonntag, 20. Oktober, ab 9 Uhr eine halbe Stunde lang im MDR-Fernsehen anschauen. Die Garzer sind verständlicherweise schon jetzt sehr gespannt darauf. Ein kleines Dorf kommt so groß heraus! Am morgigen Dienstag beginnt der Schnitt für den Beitrag.

Seit 2016 im Programm

„Die Sendereihe haben wir beiden Autoren – ich und Matthias Schaefer – im Jahr 2016 ins Leben gerufen, um den Zuschauern in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt auch einmal das Leben auf dem Land nahe zu bringen. Denn die Dörfer werden im Fernsehen ansonsten fast kaum erwähnt – da gibt es immer nur Bildmaterial und Nachrichten aus den Städten. Die Sendereihe ,Unser Dorf hat Wochenende‘ ändert das, sie erfreut sich bei den Zuschauern zunehmender Beliebtheit“, sagt Heike Opitz.