Elb-Havel-Region l Leicht ist es den Landsenioren nicht gefallen, auf der Jahreshauptversammlung in der Schönhauser „Elbaue“ die Hand zu heben und damit der Auflösung des Vereins zuzustimmen. Aber sie zeigten auch Verständnis, dass Christian Böttcher mit nunmehr 80 Jahren in den Vorsitz-Ruhestand gehen möchte, ein Nachfolger hat sich nicht gefunden. 20 Jahre lang war er engagierter „Reiseleiter“, organisierte zusammen mit verlässlichen Vorstandsmitgliedern mehrere Ausflüge pro Jahr für die Mitglieder – meist waren es über 100 Senioren, die auf Reisen gingen. Auch 2018. In seinem letzten Rechenschaftsbericht nannte Christian Böttcher Stangerode, Sangerhausen und die Stutenparade in Gantschow als Beispiele, an der Weihnachtsfeier in Winterfeldt hatte 114 Mitglieder teilgenommen.

Zu den Ausflügen kamen auch die Besuche des Vorstandes bei runden Geburtstagen und Ehejubiläen dazu.

Die Zahl der Landsenioren hat zuletzt, alters- und gesundheitsbedingt, stetig abgenommen, die Zahl der Neuzugänge stagnierte. Aktuell sind es 156 Landsenioren: 48 aus dem Bereich Schönhausen, 34 aus Wust, 17 aus Kabelitz, fünf aus Neuermark-Lübars, 21 aus Wulkau, 16 aus Molkenberg, neun aus Havelberg und sechs aus Kamern.

Treff zu Weihnachten

Für über 100 Reisende Tagesausflüge zu organisieren, war stets eine Herausforderung. Das Ziel sollte attraktiv und nicht zu weit entfernt sein und es musste Platz für so viele Leute bieten. „Wir waren immer sehr zufrieden mit unseren Reisen, alles war perfekt organisiert“, dankte beispielsweise Marlies Dietrich aus Jederitz. Der nach den Reisen von den Senioren ausgesprochene Dank war für Christian Böttcher und sein Team die größte Motivation, 20 Jahre Freude an der Vereinsarbeit zu haben. „Ich habe das alles wirklich sehr gern gemacht“, fällt dem Schönhauser der Abschied nicht leicht. Aber es ist kein kompletter Abschied. Auch ohne Verein wollen sich die Landsenioren einmal pro Jahr treffen, schließlich will man den Kontakt zueinander nicht ganz verlieren. Der Termin steht schon fest: 12. Dezember im Klietzer „Seeblick“. Abschließend richtete Christian Böttcher noch diese Worte an die Gäste: „Alt und allein macht krank. Also haltet die Kontakte auch im kleinen Kreis aufrecht, trefft euch zu einer Tasse Kaffee und nutzt die Angebote beispielsweise der Volkssolidarität. Igelt euch nicht ein und helft euch gegenseitig! Scheut Euch nicht vor der Digitalisierung, lest jeden Morgen die Volksstimme, um zu wissen, was in der Region passiert.“ Und zur Auflösung des Vereins: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“